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Neg. 51850

PA 437/586

No. 19

Hochwohlgebohrener Juncker Bruder

 

1.    So tröstlich mihr fallet nach Einer Ser langen schiffart das port das Erste

2.    mahl Erreichet zu Haben, also glaube ich, Beliebich und nit minder Erfreühlich

3.    meiner liebsten F.r mutter, Juncker Bruderen und übrigen geschwistrigen, auch allen

4.    Hochwertisten angehörigen Solches zu vernemmen. Nach dem wir den 16 novembris

5.    oder winter monaths von dem port Sancta María nacher Cadiz und von dannen nacher

6.    americam abgereiset, Seint wir den 1 february oder Hornungs glücklich angelanget

7.    nach 78 täg, da wir Hatten können und Sollen inerthalb 70 tägen dißen port Erreichen,

8.    allein guth ding braucht weil, maßen weilen unßherr Capitan Ignatiy Dotel

9.    das Sichere zu erwöllen, lieber Ein weiteren umkreis Hat machen wollen, als durch

10.den nacheren weg Sich und uns in die gefahr zugeben. zu deme Bekome er von unser

11.königliche maiestat nachricht und befelch den lesten tag vor Seiner und unserer abreis

12.das Er noch Hundert und 20 Soldaten in das schiff Einbarckieren Solte, welche Er

13.in der Insel de Sanct Domingo Bei Coa einem meerbusen aussetzen mieste, von

14.welchem ort an Sie ungefähr Siben meihl durch die wiestung und wildnus, (dan aldorten

15.kein einziges Haus anzutreffen ware, Sonder nur Einige iäger, die ungefähr dahin kommen

16.uns einige notwendige lebensmittel von Berg-schaffen und oxen verschaffet Haben) marschieren

17.miesten, weil uns aus befelch des königs in der statt Domingo Selber nit Erlaubt ware

18.anzulanden. Jedoch weilen von gemelter statt der Commendant Ein Eignen zu uns

19.schicken mieste, der den königlichen befelch und schreiben Eigenhendig abhollen mieste, Haben

20.wir aldorten Etliche täg die balandra aldorten Erwarten mießen, in welcher

21.Ein Bruder von Collegio Selbiger Mission, welche auf Cartagena gehöret, in Namen des

22.Patris Rectoris uns allerhand früchten, Süßen wahren und frischem brod zu unserer

23.Erqwickung überbracht, und mihr gesagt, das der Pater Candidy Götzfrid aldorten

24.die grammatik, weils Er Selbsten also verlangte, dociere jeg welcher Pater mit mihr

25.zu landsperg in dem Noviciat geweßen. Bis dahin Seint wir zu dißer winterszeit

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1.    also glücklich fortgefahren, das wir nit Hatten kauentlicher fortkommen können, wie-

2.    wohlen, wie obengemeldet nach und nach, nit übereilet. von disem ort aber an, Seint

3.    wir zwar nit unglücklich geweßen, iedoch allzeit in groser Sorg weilen unseren

4.    schiffleüthen die weg zimblich unbekandt, auch meisten theils zu nacht wehnigist So vil

5.    wegen auflauffung des meers oder So genanten currientes zu ruck kommen, als wir bei

6.    tag hinderleget. iedoch seint wir hier glücklich ankommen, und zwar ich, nach deme ich mit

7.    meinem bekanten übel nach iedermäniglich verwunderung 42 täg, undwelcher zeit

8.    ich alles zu Samen genommen, kaum Ein halbes pfund glaube geeßen zu Haben, und mich

9.    mit lehrer SuppenBrie allein Erhalten, ganz frisch und gesund auf die Erden gestigen.

10.ware auch mihr Erwinschlich geweßen gleich weiter fort zu fahren bis auf vera cruz.

11.damit ich nach verweihlung Einer zeit das unfelbare übel von neüem Erfahren mieste.

12.wie lang wir Hier verweilen werden, weis ich nit, weilen unser herr Capitan von

13.vera cruz die orderen, den die Erstere also vom könig geenderet worden, von Senor

14.Don de Torres als oberhaubt dißes meers nach notwendigkeit der Sach Erwarten mus.

15.mehreres, was Sich under deßen zugetragen, Behalte mihr vor auf Ein anders schreiben,

16.und thun mit dißen zuwißen, das die alpoges, mit welchen wir vergwist geglaubt

17.Haben abzureisen, zimblich unglücklich geweßen Seien, dan die caimanes, die wir

18.fleisug und vorsichtig geflochen, das tritte annoch neüe schiff durch Scheitterung völlig ver

19.lohren, und meer Sich nit Salvieret als der Herr Caplar mit Einem anderen Marinero.

20.die übrige zwei schiff in deren Einem Herr de Torres commendieret, Seint Segel und

21.Baum-los in vera cruz eingeloffen also, das die Patres Franciscaner nit meer als

22.ihre hütten Salvieret, und ihr armedei alles in das meer zu werffen, die schiff zu-

23.erhalten, genöttiget worden. Gott behiete uns fehrneres in unser übrigen reis vor

24.den gleichen unheil. Ein anderes schiff, So für den könig Ein gute Summa gelts fiehrte,

25.ist auf Einem Sandtbanck vibera genant den 4 Septembris ohnweit von der Insel Camaica

26.zu grundt gangen, mit Erhaltung meisten theils der schiffenten. Ein Englisches

27.schiff, So nach Einen tägen nach gefolgt, hat nach aus-

28.fischung des königlichen schatzes auch

29.die mit dem hunger und todt streittente verlaßne in Sein schiff aufgenommen, und

30.die leüth in Eben dißen gegenwertigen port gelifferet, wo ich Einen angetroffen,

1.    welcher mihr zu Sevilla vor Seiner reis Ein generalbeicht abgeleget, und nunmehr nit

2.    die notwendige kleidung zu Erkauffen vermöglich. Eben dißer Engelender wirdt dißer tagen

3.    nacher spanien oder Engelandt mit Seinem waib zuruckkehren, und wie ich Hoffe, dißes

4.    gegenwertiges überlifferen aus was für Ein port Sein mag, dan ich und andere

5.    Einige schreiben Ihme anbefolchen. underdeßen Hoffe ich, das die Frau mutter, Junckher Bruder

6.    Sambt dennen übrigen allen werden wohl auf Sein, und meinige übrige meer= und andere

7.    reis Sorgfeltigist werden laßen befolchen Sein, maßen Ser vil gefahren, So Sie

8.    werden in dem weitschichtigeren schreiben aus mexico, So ich dahin gelangen Solte

9.    werden zu vernemmen Haben. Befelche mich Hier in aller Eifferiges gebett

10.und andacht, in die Mütterliche und Brüderliche günsten und wohlgewogenheit,

11.und verbleibe nebst allerseits abgestatteter demütigster

12.Empfellung La Havana 2 February 1731

meines liebsten Juncker Bruders

getreüister Bruder

Philippus Segesser S.J.

 

1.    P.S. Es ist hier nachricht Eingetroffen, das fünff Patres

2.    Missionary, aus welchen vier teüsche, und zwar eine

3.    zwei, welche die F.r mutter die brante waßer

4.    und geister mihr zu überlifferen in lucern anbe-

5.    folchen, in Cartagena vor ihrer reis nacher Purto

6.    gestorben Seien, hat also der Pater Caroly Kiermayer

7.    allein aus den teüschen das feld bis dahin Erhalten.

8.    Hier ist das brod ser schmal, des weins gar keiner.

9.    die wohnung für so viel Eng, Sonst wohl die schönste

10.allhier

11.die übrige speisen nach zufriedenheit. Faßnach keine

12.weis Gott wies mit der Fasten gehe wirdt, die ich allen

13.verdrießlich und gesund winsche.

 

Brief an die Mutter Anna Maria Catharina Segesser, geb. Rusconi. La Habana, 3. April 1731 (Neg. 51854-51855)

 

Neg. 51854

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No. 20

Hochwohlgebohrne F.r mutter

 

1.    Ich zweiffle nit, das under deßen das schreiben, So ich von Hier ungefehr vor Einem monath durch

2.    Ein Engellendisch schiff Hab an den J.r Bruder abgeschickt, werde nach wunsch überlifferet worden Sein.

3.    Hab also mit dißem weiteren Bericht Ertheilen wollen vor das wir völlig von Hier abreisen, wie

4.    das wir auch Hier weit lenger verweilen miesten, als wir verHofft Haben, die ursach deßen war

5.    weil die schiff assogues genant, an welchen unser reis Hangete, Erst an dem Sambstag vor

6.    dem Palm-Sontag Hier Eingeloffen, und bis dato wegen der Heiligen zeit die schiff nit Haben

7.    können Entladen werden, dan mit dennen assogues andere Beladen ankomen, welche mit

8.    uns mießen nacher vera-cruz zuruckfahren, verHoffen aber, das wir nechste wochen werden

9.    uns auf das schiff Begeben mit unserem alten Herren Capiten Hr. Dotel die lestere schiffart zu-

10.Endigen. winschte Hiermit, das dißer Brieff schon zu Haus were angelanget, damit die liebe an-

11.gehörige meiner mehrmahlen gedencketen in Ihrem Eiffrigen gebett, gleichwie in vöriger

12.schiffart dan ich Ihrem gebett dero glückliche wohlfart vil zuschreibe. wirdt Hoffentlich auf dißes

13.mahl an der grosen gegen mihr tragenten liebe nichs Ermanglen, welche der gütige gott taußent

14.feltig vergelten wölle.

15.Ich winsche das die F.r mutter J.r Bruder und alle übrige liebe angehörige also gesund als wie

16.ich die hl. Fasten Hinderleget Haben, dan ich, gott Seie lob, obwohlen nit so guth als in spanien,

17.iezund wohlauf bin, außert das ich die krefften nit mehr völlig Erholle, die zimblich in dennen

18.zwei und viertzig tägen, in welchen ich den meer-äckel gelitten, geschwechet worden. vielleicht gehet

19.der weise wein aus Sanct Otmars lögel ab. dan durch die ganze Fasten hindurch außert der hl.

20.meß ich keinen verkestet Hab, Sonder gleichwohl mit dem regenwaßer Hab mießen verlieb

21.nemmen. Belanget die übrige speisen Seint Selbe Hier zu mittag nit abgangen, und Sonderbar

22.Haben die schiltkrotten So öffters bis 30. 40 auch mehr pfund schwer Seind, und Ein gute speis

23.abgeben, nit Ermanglet. zu nachs wahre die Fasten was verdienstlicheres weilen die

24.fasten speisen in etwelchen gesottenen Erbes, ungesalzenes wehniges brodt, regen waßer

25.Eintag wie an dem anderen, Bestünden wohl recht missionarisch Hier gibet Es kein Eyerbrodt ec.

26.keine andere als fleisch-feigen auch keine weinbeer oder zibeben Siehet man nit. die mandel

27.wolte ich gerne verzuckeret Haben, wan Eine Hier anzutreffen, maßen Hier mehr zucker

28.als brod zu finden, iedoch auch dißer zimblich schwarz und ungeleüteret. der safft aus dennen

29.zucker-rohren Hat mihr schon öffters den durst gestillet. der lufft ist Hier zimblich gesund

30.aber fast Eine unertregliche Hiz, und verwundere Sich Hießige leüth, das die teüsche dannoch

31.spazieren, weils Sie Hiermit die zeit verkürzen, da andere schlaffen, oder Sich anderster

 

Neg. 51854

 

1.    dißes schreiben aber wirdt durch die schiff, So das gwex-Silber oder menarium nacher mexico

2.    geführt, die iezund, wie gemeldet, Hier stehn, und Eines aus dennen neüen schiffen, von welchen

3.    ich lesteren geschriben, auch mit Sich führen werden, gleichfals in spanien überbracht wer-

4.    den. man sagt, das Sie trei millionen gelds für den könig zu ruck bringen. In übrigem

5.    gehet Es zimblich schwer und langsamb Her mit unser reis, in deme wir wehnigist vor Einem

6.    iahr Selbe schon Hatten vollenden können und Sollen. mich betauren meine Sachen, welche

7.    So lange zeit in dem waßer stehn mießen in einer liederlichen kisten, durch welche gar

8.    leicht die feichtigkeit durchtringen kan, obwohlen ich mich beflißen alles wohl zu ver-

9.    wahren, gewißlich was ich Hier auf dem landt gleichsam zur täglicher notwendigkeit bei

10.mihr Hab, lauffet alles an und vergrauet, das mans bestendig Sonnen mus. So Seint Eine

11.vergangens in dem schiff geweßen, um Etwas aus ihren kisten abzuhollen, Haben aber Erfahren,

12.das die Einbändt der biecher und was von leder geweßen alles von den würmern gefreßen,

13.und von gewißen kefferen verzehret worden, das übrige alles weis, gleichsam wie Ein belz.

14.weis gott, wies mit meinen Sachen stehe, wan ich Einmahl wird darüber kommen, Sols gleich-

15.fals, wie ich förchte, Ein wunderliches aus Sehen Haben. So gibet Es auch Sonsten underschidliche

16.Sachen ab wegen dennen vilen verweilungen und aufenthalt fast an allen orten, die die reis

17.zimlich langweilig und vertrießlich machen. von welchem allem schon mit der zeit weitleüffig

18.war bericht wirdt zuvernemmen Sein. under deßen zweiffle ich nit, die F.r mutter,

19.der J.r Bruder, und alle übrige liebe angehörige werden ganz wohlauf, und meiner allzeit

20.Eingedenckt Sein, gleichwie ich nit wehniger meine pflicht beobachte nach gelgenheit der zeit

21.und orth, wies die schuldigkeit Erforderet. Befilche mich Hiermit auf ein neües zu taußent-

22.mahlen gans instendiglich an, und So fern in dem Collegio Einige PP.tres die mich kennen,

23.wie auch andere, beforderist aber wölle die F.r mutter R. Patri Rectori mein undertenig-

24.iste Empfellung verteütten laßen. möchte gern wißen, was in Congregatione Generali

25.zu Rom wäre vorBeigangen, was neües Beschloßen, und wer der Societet vorgesezt

26.worden ec. was sonsten neües in der Provins vorgenommen oder merckwürtiges vorbei gangen

27.wäre ec. maßen Sich vil verEnderen wirdt, bis das dißes schreiben zu Seinem erwinschten termin

28.gelangen wirdt, maßen das schiff noch nit völlig verfertiget, durch welches dißes wirdt über-

29.lifferet werden. Empfelle mich nebst schuldigist -Erstattnen danck um alle mütterliche liebe

30.und Sorgfalt ganz kindtlich und demütigist in Fernere günsten und gnaden verbleibe

meiner Hochwohlgebohrenen F.r mutter getreüister Sohn

Philip Segesser S.J.

auf der Insel Havana 3. April 1731.

 

Brief an den Bruder Ulrich Franz Joseph Segesser. La Habana, 3. April 1731 (Neg. 51862-51863)

 

Neg. 51855

 

1.    verkriechen. Es ist aber von Halberfasten-zeit Her mihr die zeit Solang nit vorkommen, weilen wir

2.    grad zur rechten zeit Hier angekommen zu Sein scheinet. dan nach dem wir Eine mission in dißer statt

3.    angestelt auf spanische manier, bei weitem mit Solchen functionibus, wie in dem teüschland,

4.    und darumben uns teüschen nit wehnig vertriesete, das die spanier Ihne nichs gutes Hierinfals

5.    raten liesen, Sonder nach ihrem Hochtragenten gemüth nach gleichwohl vermeinten allein die

6.    Sach beßer zu verstehe war auch um desto schwerer was dis fals auszuwürcken, weilen die Procurato-

7.    res als Superiores Selbst spanier wahren. nichs desto wehniger ware dennen leüten genug fremb-

8.    de missionarios allhier in Einer Solchen menge gesehen zu Haben, zu welchen Sie gleich Ein Solches

9.    vertrauen bekommen, das Sie Ihro Sünden keinem anderen als dennen missionarys anver-

10.trauen wolten; glückselig Sich schenzente, das Sie So willferrige Beichtvetter angetroffen,

11.welche ihnen, So lang die zeit zu liese So gutwilliges gehör verleicheten. und in warheit

12.war unser umweg oder durchreis allhier dennen dennen Inwohneren Ein Sondere gutthat gottes,

13.um desto mehr, um wie vil mehr Sie Solches vonöthen zu Haben scheineten. Es gibt in dißer

14.statt underschidliche Religiosen: Franciscaner überHundert; augustiner ungefehr treisig;

15.Dominicaner Bei Sexig Sexaginta, Mercenary bei zwantzig; de congregatione Sancti

16.Philippi Rery Einige wehnige, nebst anderen zweien klöstern der barmherzigen brüderen

17.und Bettlehemiteren die nit priester Seint, und nichs desto wehniger obwohlen noch

18.unEntlich vil weltpriester dißen beigesellet werden, beklagten Sich die gute Ihnwohner,

19.das Ser schwer Seie Einen beichtvatter aufzutreiben auch zur zeit, was die kirchen gesäz-

20.gebinten (: dan dennen Jesuiteren Solche unmöglich zu bestreitten, in deme deren mehr

21.nit als vier Patres in dißer statt Sich befinden. der Einte als Pater Rector beschefftig-

22.et alle Sontag in der fasten, und öffters durch das iahr auf der canzel in der vornembsten

23.kirchen, al wo Er zu gleich die christliche lehr ausleget, liget ihme auch ob den ganzen neüen

24.collegy-Baus Sambt der kirchen ausführen. (mihr gefalt das Bauen nit, wirdt auch kein

25.Ellwang, ob wohlen Es vier bis fünffmahl mehr kosten wirdt. Es ist Halt spanisch ec: ) Ein anderer

26.vertrittet die stell Eines operary, ist aber mehr in dennen bergen als in der statt. der tritte

27.Docieret die philosophiam, und der vierte von der Rudiment an, alle schuellen, auch die

28.Rhetoric: dißer mieste auch alle freitag in der fasten in der pfarkirche predigen; also

29.Seint diße vier Patres wohl beschefftiget. wie aber diße functiones vorgenommen wer-

30.den, behalte mihr Bevor Solches in Einer weitleüffigeren Erzellung kundt zu machen: )

31.dahero die meiste mehr nit dan nur Einmahl in dem iahr gebeichtet, Ser vil mehr iahr

32.nit. auch andere wegen menschlicher schwachheit vil ungültig verichtete Beichten widerhollen

1.    miesten, benimme iedoch Hierdurch Einer groser gemeinde Ihr guten namen und lob nit,

2.    alldieweilen man wohl kan vetheilen, das under villen guten auch Einige schlime abgebe,

3.    ich Sag under vilen, dan allhier in der statt, und in der gegent, die Hierher gehöret, befinden

4.    Sich Bei viertzig taußent schwarze wies Sie hier genant werden, oder kohlschwarze mohren,

5.    die meistens aus africa überbracht und hier verkaufft werden; der weisen menschen aber

6.    vierzehntaußent. diße fast alle Solten die P.P. Missionary in dißer Fasten- und oster-zeit,

7.    und zwar die meiste die teüsche Patres, weil alle teüsche Missionary priester, aus dennen

8.    spanischen missionarys aber mehr nit als fünff Sambt vieren anderen welschen priester

9.    Seindt, aufhören und absolvieren. Ein grösere beschwernus ware Es mit dennen schwarzen,

10.weilen Sie miesten auch in articulis fidei examinieret, und meistens instruieret werden,

11.welche kaum zu Sagen wusten, wie vil gott Es wären. beschefftigten Hiermit diße gute leüth

12.wie andere also auch mich von morgen friehe an bis auf den abent zu bett-zeitten, nach welcher

13.Hier under Einer excommunication verbotten Beicht zu hören. mus bekennen, das im teüsch-

14.land leichter ist die kinder beicht zu hören, als Hier diße armselige ignoranten. und wer

15.Soll Sich nit über Solche Erbarmen, und ihnen das wort gottes öffters verkündigen auch

16.under weit gröseren beschwernusen und vertrieslichkeiten, als ich bisHero anderer Seits

17.Her Hab übertragen miesen, die gott gleich widerumb durch den Seelen trost Ersezet ? Es

18.Haben Einige mutmaßen wollen, das zwei von uns Hier verbleiben Solten, und zwar Einem

19.anderen aber wöllens die oberen nit Sagen bis das Er in das schiff steigen Solle aus ge-

20.wißen ursachen, wie Sie vorwenden. mich betreffent bekenne ich endlich, das ich Solche

21.Dispostion nit gern Erwartete ohne Einige vorHergehente Erinerung, Sonderbar weil

22.ich Siche das der Hiesige Rector als Ein spanier schlechte zuneigung zu den teüschen Erzeige.

23.iedoch würde Hier gelegenheit genug Sein für das Heil der Seelen und Ehren gottes zu arbeiten.

24.Disponiern Hiermit gott nach Seinem belieben. Solte was der gleichen mit mihr geschechen,

25.würdt Ebenfals mit Eben dißen schiffen durch Ein anderen brieff bericht Ertheilet werden,

26.weilen ich gegenwertiges Ehnder als Solches geschechen kan, von meinen Henden geben

27.mus, nemblich Ehnder als wir zu schiff gehen. kombt also kein anderes schreiben zu gleich

28.mit dißem, So gedencke die F.r mutter, ich Seie nacher mexico gereiset, von dannen ich

29.schon weiteren bericht Ertheilen wirdt, welcher iedoch freilich zimblich spath zu Haus Ein-

30.lauffen wirdt, aus ursach, weilen So bald kein schiff dahin kommen oder von dorten abfahren

31.wirdt. dan das unsere alldorten die See Sicher zu halten verordnet ist.