Neg. 51922 - Neg. 51929

Neg. 51922

 

1.    in der Erden findet man kein Einzigen stein, ist iedoch auch nit gar sandig, und hat

2.    Eine ser gute weid für das vih auf seiten, woher das wehnige waßer flieset, mit

3.    welchem die felder geweßeret werden, und das volck sich vergnügen mus. Es gibt

4.    deßentwegen vil streitens ab, und ich, weil ich Ser weit darvon lige, wirdt mir um

5.    Ein bequemere Entlegenheit versehen. under deßen Hab ich Ein hütten von Erden

6.    und stroh auferbaut darin zu wohnen und die hl. meß zu leßen, So ich die wax-

7.    kertzen Haben wirdt. mein jurisdiction Erstrecket Sich auf anderhalb täg, So

8.    ich hinder mich gelaßen, betreffent die Erden vor mihr, ist Selber bis dahin kein

9.    End gefunden worden. und das leste orth So bekandt, So 5 bis 6 täg von Hier Ent-

10.legen, nennet sich ad casas grandes oder bei dennen grosen Heüsern, von

11.welchen das vonnembste Haubt dißes welt-theils america Montesumma genant

12.Solle Herkomen Sein, die zeit und gesundhit wirdt mereres Erfunden, die

13.Inwohner dißes lands Erneren Sich mit dem, was Sie Eriagen, und weilen diße Erden

14.voler meis dienen Solche ihnen an statt der lörchen. Ser faul zum arbeiten ist dißes volck,

15.leidet grosen hunger, darumb mus ich ihnen allzeit zu Eßen geben, wan Sie mir

16.was arbeiten, das Eßen bestehet in türckenkorn, So Sie auf spanische manier posolé

17.nennen. mus aber grose sorg tragen, das sie Es mir nit vor der zeit, sind heis mit blosen

18.Henden aus dem keßel nehmen. Sie Seint geschicht zum stellen, halten Es auch nit für

19.übel. weil sie nichs wißen was guth oder bös, sonder wie das vich dahin leben.

20.die leüth seint braun, die weiber und männer, So vil die Ebarkeit Erforderet, mit

21.tepichen, So sie aus baumwohl machen, bedecket, was kleineres lauffet dahin,

22.wies die natur erschaffen. Hoffe mit der zeit die leüth zur beßerer Ebarkeit

23.anzutreiben, iezund Hab ich mit mir Selbsten zu thun, und trage wircklich iene

24.fetzen, So ich in münchen vor mer dan trei iahren neü bekomen, und täglich in

25.dißen reisen bis dahin getragen. Hab in spanien mir Ein anderes kleid verschaffet,

26.welches Sich nit in bauweßen gebrauchen leßet, Sonder nur dienet, als wie dem

27.hl. Antonio der mantel des hl. Pauli eremita. dan solte ich dißes gebrechen, wo

1.    würde ich Ein anders finden in so weit Entlegenen länd. genug von dißen, were vonöthen hier

2.    infals beßer Rom zuberichten ec. Es scheinet diße Erden seie bis dahin der eigentliche

3.    wonsiz des leidigen satans geweßen, wie wohlen keine sonderbare abgöterei hier

4.    anzutreffen, allein gibt Es ser vil, welche nechtlicher weil ihr gesprech mit dem teiff-

5.    el Haben, welcher in underschidlichen gestalten ihnen Erheinet, iezund in Eines wolffs

6.    gestalt, andere mahl wie Ein affen, öffters wie Ein schwarzer mohr ec. underweiset sie,

7.    wie Sie dennen leüthen schaden, und Selbe umbringen können. der gleichen Einer

8.    hat verwichnen winter in meiner mision mer dan 40 umgebracht. der teiffel gibet

9.    ihnen in ihr maul oder magen Eine abscheüliche materi, die diße teiffels diener

10.nachmahlens mit gewißen federen-röhrlein ohnvermerichter weis dennen ienigen

11.So Sie schaden wollen, in ihren leib hinEinblasen, welche auch wehnig täg hernach

12.mit grosen schmerzen sterben, weil kein mitel hier nit zu finden. ich Hab alles mit

13.meinen augen gesehen, und vilen in ihren todtbet beigestanden. wie ich weitleüffig-

14.er beschreiben wirdt. alle liebe nächt pflegen meine Indianer bis an den morgen

15.ihres ungeheüres geschrei, tanzen und singen zuwidderholen, ohne das ich mit ruh

16.schlafen kan, oder bis dahin Ein mitel, Solches abzustellen, finden kan. maßen

17.vonöthen, diße gemüter mit liebe und nach und nach zu gewinnen, damit Sie nit

18.des Patris vetrisig, ihne überfallen und umbringen, ob wohlen Ein solcher todt

19.mihr erwinschlich, wan ich nit merers gutes betrachtete zu Erhalten in gegen-

20.wart meiner, dan wo findet man gleich Ein anderen in dißen lenderen ? nach

21.und nach kombt man auch weit. Berichte hiermit mein F.r mutter J.r bru-

22.deren, liebste geschwistrige, Herren chorHerren zu minster und alle liebe ange-

23.hörige das ich mich wircklich in Einer arbeitsamer Erden, als missionarius

24.allerunwirtigister knecht in dem pimischen weinberg des Herren, baumeister

25.Eines neüen stroh und Erden fleckens, wärter, flicher, koch, schaff, geis und

26.vich-Hirt, Sacristan und christenlehrer oder underweiser der Heiden

27.befinde, welche Sich im haubtsiz mision de San Xavier del Vac nennet,

28.wie der J.r bruder schon in Einem anderen wirdt verstanden Haben, und zu Er-

 

 

Neg. 51923

PA 437/587

[No. 12]

Praenoblis ac Strenuus Dny. Frater

 

1.    Ich hoffe, daß underdeßen, da ich dißen schreibe, underschidliche brieff, die ich an

2.    mein J.r bruder überschicket, theils durch Rom, theils durch andere gelegenheit und Son-

3.    derbar eines schreiben, So ich zu lest in Sanct Ignatio, al wo ichmich Hab Ein Halbes

4.    iahr aufhalten miesen, bis das meine beide gesellen Sich Sich von ihrer langwiriger

5.    kranckheit Erhollet, geschriben, und durch Herren Capitan dißer Pimería, dißer

6.    aber durch Seine bekandte in méxico, und von dannen an Sein Herren bruder in

7.    Cadiz überschichet worden, zu Haus werden überlifferet worden Sein, welche

8.    alle genugsam werden zu verstehn geben, wie das ich iederzeit an meine familia ge-

9.    dencke. wie das ich täglich verlange allen in den Herren zu umpfangen, weil aber

10.solches persönlich nit Sein kan, wirdt an statt meiner Solches Erstatten ienes schöne

11.nacht liecht der mon, welcher so offt Er aufgehet, meine liebe befreindte Erinneren

12.Soll, das Pater Philip Sie alle griese, und bitte, Seiner nit zu vergeßen. Gibt

13.Es Etwan ein Eclypsis oder finsternus ab, gedencken sie, Es miese nit wohl stehn

14.um mich, weil dißer angeneme bodt Sich verberge. und in warheit gibt allhier

15.vil saure schweis ab, dan ich in Einem landt mich befinde, wo kein gleichsam ver-

16.nünfftiger mensch um mich auf vil meil-wegs anzutreffen, Heiden genug und

17.ohne zahl, welche, wans der christliche glauben nit befelchete, nit für menschen son-

18.der für das unvernünfftige vich zuhalten. Und obwohlen Eine wehnige So aus ge-

19.legenheit, da Pater Cino pia membria So aus meiner Provins und in triento gebürtig sambt

20.Einem anderen Pr. Augustin de Campos Einem spanier diße weit schichtige lender durch-

21.reiset, von gemelten Patribus als kleine kinder getauft worden, So finde ich iedoch

22.in ihnen kein Einziges christliches zeichen, als verfelschte nammen, So sie in den

23.tauff bekommen, nach mahls nit mer wohl Haben Erinneren können, und an statt

24.von Joseph Cósua, ohn an statt maria, mánal ec. Sich nennen. der Haubplaz

25.wo ich mich forderist aufhalte, ist in Einem thal, So mer dan 60 lencas in der

26.lenge vil mer aber in der ründe haltet. Eine iezund ser hizige Erden, gleichwie

27.zu winterszeit, wie die Indianer Sagen, Ser kalt, weils nachet gegen norde liget.

 

Neg. 51924

 

1.    Sehen ist in dem beigelegten zedel, den ich deßentwegen Einschließe, weil

2.    mihr Solchen Ein mihr unbekandter Jesuiter von Einer durch trei täg-

3.    weit Entlegnen stadt nacher mexico zugeschickt, obwohlen da zumahl

4.    noch ich, noch der Pater Provincial wüsten, wohin ich zu gelangen Hätten,

5.    und diße meine Disposition mehr dan um Ein halbes iahr später von

6.    dem Pater Visitator de pimería alta gemacht worden, ohne das Er

7.    wuste Etwas von dißem zedel, dan ich bis dahin den P. Visitator nit ge-

8.    sehen. Es kommet mit dißem auch Ein anderes zedelein, So mein bit wirdt

9.    Erklären. was ich geschriben in dem von San Ignacio, So vileicht bis hero

10.noch nit Erfüllet, wölle der J.r bruder schleinigist bewerckstelligen

11.dan ich hier gar nichs finde als himel und Erden ec. meiner F.r muter,

12.geschwistrigen und Hr. ChorHerren zu minster und allen lieben angehörigen

13.meine demütigiste Empfellung. Meinem lieben bruder und Seiner Frau liebsten

14.wie allzeit aus San Xavier del Vac den 8 Juni 1732

Praenob. ac Strenui Dni Fratris

Frater ex corde addictissimy

Philippus Segesser S.J.

 

Brief an den Bruder Ulrich Franz Joseph Segesser. San Ignacio de Cabórica, 10. September 1732 (Neg. 51925-51930) [contemporary copy by another hand]

 

Neg. 51925

PA 437/587

No. 8

Praenobilis ac Strenue Domine Frater

 

1.    Ehe ich anfange zu schreiben, mus ich den J.r bruder Erinneren, das ich in einem

2.    anderen landt seie, und darumb schon in etwas gewohnt seie so wohl frömbder

3.    wörter als auslendischer schrifft, weil ich der mahlen in einer gelegenheit oder

4.    ambts eines Secretarii ser vill täglich in frömbder sprach zuschreiben Hab. wan

5.    demnach einige frembde buochstaben sich in disem schreiben einmischen, wie

6.    würcklich der gleichen wider mein willen sich Haben eingetrungen, als nem=

7.    lich der buochstaben x so in spannischer sprach gebraucht wird an statt des lateini=

8.    schen r wie in dem wort Praenobilis, so mehr einem x als r gleich sichet, zusechen,

9.    oder so ich an statt eines tiftleins auf dem buochstaben i ein Halben o mache,

10.wie in der teütschen sprach auf das u gemacht wird, wie gleich oben in dem an=

11.deren wort ich zu ersehen, an statt ich mit einem tiftlein, und in der gleichen

12.anderen mehr, wölle der J.r bruder solches der neüen gewohnheit zuschreiben:

13.obwohlen ich mich befleisen wird meiner Ersten sprach bestens nachzufolgen.

14.Seither ich von spannien abgereiset, Hab ich von dem J.r bruder kein schreiben

15.empfangen, Eines, so die F.r mutter geschriben, ist mihr in meiner mission San

16.Xavier del Bac mit sonderem trost überliferet worden. Gott gebe meiner

17.F.r mutter wie auch allen liebsten angehörigen und liebsten bekandten, so

18.wohl Ihnnert als ausert der Gesellschaft Jesu fröhliche zeit, gute gesundheit

19.und sein göttlichen segen. Hoffe, so fern die Flotta wird glücklich anlanden,

20.gleichfals eine nachricht zu erhalten, wie es etwan in meinem lieben Vatterlandt

21.und liebsten Provins stehe, was für verenderungen underdessen sich zugetrage,

22.wie der J.r bruder wohl weis mein verlangen zu sein. underdessen aber hab

23.ich verschidene schreiben nacher Haus von underschidlichen orten, und durch under=

24.schidliche gelegenheiten abgefertiget. Hoffe, das ohnschwer fallen werde etwan

25.überflüssiges postgeldt zubezahlen. von hier aus bis in spannien  werden

26.die brieff alle Franco gelifferet so wohl zu land als zu wasser, die ursach, warumb

27.ich mehrere brieff schreibe, ist weil ich gar leicht muthmasse, das einige werden verloh=

28.ren gehen, und auf solche weis einer oder der andere werde sich einfinden ange=

29.hörigen und mihr Höchst schetzbaristen orth, werden auch, wie ich Hoffe, alle meine schrei=

30.ben angenem sein, obwohlen sie was mehrers kosten werden, weilen in einen Je=

31.den besonderen schreiben, so will mirs gedencke, besondere sachen Enthalten wer=

32.den. Gegenwertiges folget aus der mission de San Ignatio de Pimeria alta.

33.Dan es gibt mehr orth so wohl in Pimeria bácha als Sonóra, Sinalóa oder anderen

34.lendereien unter disem titel de San Ignatio. befinde mich dermahlen, wie ich

35.schon in dem letsteren vermeldet Hab, in gemelter mission de San Ignatio,

36.welche der alte Pater missionarius Pater Augustin de campos, wie schon mehr

37.mahl vermeldet allhier in diser gegent Hat angefangen, und derohalben

Neg. 51926

 

1.    Fundator kan und mus genant werden. die ursach, warumb ich mich Hier aufhalte ist,

2.    Erstlich der willen meiner oberen. dan gleich wie in Europa also auch in Ameri=

3.    ca Hat ein ieder aus der gesellschaft Jesu den willen der oberen zu beobachten,

4.    obwohlen villeicht einem was notwendigers und bessres möchte vorfallen, weilen

5.    obedientia plus est quám victima. wohl gemerckt victima. weilen in disem erden

6.    theil gar leicht einer in die hend der wilden Indianer gerathen kan, welche auf

7.    nichts anders erachten, als denen bekerten Indianeren zuschaden, die auslen=

8.    der umbzubringen, und dis zwar ihr leben darvon zubringen, den wan sie nit

9.    stehlen, Haben sie nichts. mehrers was unden von disem. Anderens ist

10.ursach meines aufenthalts allhier der Pater Augustin selbsten, welcher in

11.warheit ein gesellen vonöthen Hat, theils seines zustands und alters betreffent,

12.theils wegen dem volck, damit ihnen alle vorsechung gemacht werde so wohl in

13.zeitlichen als geistlichen sachen. dan ein missionarius für alles sorgen mus.

14.anderens will der Pater kein anderen gesellen nit haben, als mich: weilen er

15.sihet, das ich die natur meiner F.r mutter erErbet, und in allem mich befleisse

16.das ambt eines krancken warters zu erfüllen. Ja beqweme mich durch gantze

17.stund die muggen und fliegen abzutreiben. zu deme erkennet der Pater gantz

18.wohl, das ich mit dem alten, senectus est mirabilis, könne und müsse gedult

19.tragen. und dis ist wahr. über dis seind schon ein lange zeit trey knaben, so den

20.Pater bedient Haben, gleichfals kranck neben ser vill anderen Christen und

21.Indianeren, welchen allen mus vorsorg geschehen. genuog zu thuon an allen

22.ohrten. vill kranckheiten kommen Her wegen denen früchten, weilen aus mangell

23.der speis der Indianer Hunger leidet, Erwartet er nit die zeit, bis das die frücht=

24.ten zeitigen, sondr isset die frucht mer dan Halb grüön, und so bald sie ein we=

25.nig Hervortrucket. Andere kranckheiten kommen Her von dem überflüssigen

26.geblüth, wie ich wohl abnimme aus denen verfaulten leiberen, so mihr nit ein

27.geringen eckell verursachen, wan ich dergleichen sterbenden mus beistehn, so

28.ser vill seind. Wer kan aber allhier aderlassen oder schrepfen, Häts selbsten

29.vonöthen. aber wir seind in américa, allwo nit anzutreffen, was nothwendig,

30.gott mus Helffen, und das hl. Creützzeichen. der Pater bemühet sich ser, das

31.er von den oberen erhalte, das ich mich nit nur allein zeit seines lebens Hier

32.in diser mission aufhalte, sonder auch nach seinem todt, und an statt meiner ein

33.anderer Pater missionarius in mein neüe mission de San Xavier del Bac geschickt

34.werde. aber weis nit obs denen oberen also werd gefallen, underdesen mus

35.ich Hier alles sorgen, und dorten Erwarten, was geschichet. wehnigist Haben

36.meine Indianer verlangen nach mihr, dan erst verwichne wochen Haben sie

Neg. 51927

 

1.    Zwey aus den vornembsten Hieher geschickt, welche mich solten abholen, Habe aber

2.    selbe mit guter Hoffnung getröstet, baldist dahin zu kommen, zuruckgeschickt, nachdem

3.    ich einen ieden ein gläsernen rosenkrantz und ein küechellmesser geschenckt sambt

4.    ein wenig tabac, welche sachen allein Hier mehr dan andere sachen geschetz werden.

5.    bin auch gesinnet, in kurtzer zeit, so mein alter Pater ein wenig besser auf

6.    sein wird, disen weeg zu machen, das nothwendige alldorten verordnen, denen

7.    soldaten, welche mein Hütten, und was darinnen, bewachen, was zu thun vorschreiben,

8.    und gleichwohl mit meiner zuruckkehr mein alten trösten, obwohlen der weeg Hin

9.    und wider mer dan Hundert und zwantzig meil weg gerechnet werden, Hab auch

10.im sinn die Enferte völcker diser bekandten erden mit diser gelegenheit zube=

11.suchen, so vill Es möglich in glaubens sachen zu underweisen, was nothwendig

12.zu tauffen, und wenigist einige zu dem Himmell zu befürderen. in allem

13.könte mehr der J.r Vetter Joan Baptist vill verhilfflich sein, wan er mit mihr sich

14.möchte bemühen den Himmell zugewinnen. Gleich wie vorhin grosse Hitz,

15.gleichmessige trüchne, weil es gantze monath niemahl regnet, also anietzo zeit

16.eines monaths Hat es alle tag ser grosse und gefärliche wetter und ser Heüffige

17.wassergüss, welche zwar die erden machen grüönen, dan nacher alles bein

18.thür und ohne grass, ietzund aber Hervorwalent, wie in Europa in dem früling

19.denen reisenten aber gefärlich sein, aus ursach, weilen die bäch Hoch anlauffen,

20.und in disen landen keine bruggen anzutreffen seind, weil der Indianer

21.nichts an kleider verderbet, obwohlen er solche bäch durchwattet. Noch ein

22.grössere ungelegenheit verursachen dise wassergüss, weil sie geleicht

23.durch tringen die tächer unserer wohnungen, so nuhr von Erden gemacht seind,

24.und wir aber denen wasser güllen schlafen müssen, stehen auch unsere

25.sachen grose gefahr aus sich zu benetzen. wan man fraget, warumb

26.wir nit bessere vorsorg thun, gib ich zur antwort, das wir ser vill Häüser

27.in luft bauen, dan schreiten zu der sach, gibt es kein Hacken, kein Hauen,

28.kein Hammer, kein Seg, ia sogar das nothwendige Holtz, oder taugliche stein

29.nit, ist auch kein stein tauglich ein messer zu schleiffen in weit und breit an=

30.zutreffen, obwohlen es berg genug Hat in ganzer Pimería so wohl als in gantz

31.ameríca. zu deme laset sich zu diser zeit vill schedliches und vergiftes

32.ungezifer Herum; muggen und fliegen ohne End, es gibt Hier krotten so

33.gros, als wie ein wohl gewaxnes könig=Häslein oder küngelein, wies genant

34.wird zu Haus, dergleichen eine mich diser tagen nit wenig erschreckt,

Neg. 51928

 

1.    welche werenter meiner meess bei dem altar Herumbgehubst, deren schlangen,

2.    viperen, alagran, vergifftigen spinnen kan man sich kaum genug Hüten,

3.    und schlaffe ich niemahl sicher, alles riehrt sich zu nachts umb die liger statt

4.    Herum, meüs und ratzen gibt es ohne End. zwei geferliche wunden eines

5.    vergiften alagrans-biss Hab ich dieser tägen mit gracia Sancti Pauli

6.    ohne verweilung in zweier ihrer füessen geheilet, so schon zimlich Hoch geschwollen

7.    und mit Eiter unterloffen waren. oben Hab ich gemeldet, das auser dises

8.    monats oder wasserzeits alles thür und trucken seie, gibt’s demnach in disem

9.    land kein frucht nit ? antwort, gott sei lob und danck der P. Augustin Hat

10.disen sommer fünf bis sex hundert mütt weitzen, und einige wenige mütt

11.gersten geschnitten, das ist, mit denen Händen der Indianer abgerupft, dan

12.Hier wenig sichell zu sehen: zu deme Hat diser Pater einen überaus schönen

13.und grossen garten, so vast ein Halbe viertel stund lang sein wird, gepflan-

14.zet, darinnen genugsammer wein für die mees zulesen, wolte gott

15.das auch wax für die mees darin waxete, wir diser tägen samlen

16.werden. pfersig allerhand gattung, underschidliche feigen, granat apfell,

17.kütten, zuckerrohr, melónen, Sandiás, kürbes ec. ec. alles in eienr grossen

18.menge zu finden ist, und mich allein bedauret, das ich von nichts Essen

19.darff, dan alsobald mihr dise früchten ungelegenheit machen, obwohlen ande=

20.re gantz sicher und mit lust Essen. nächsten monath samlet man das türcken-

21.korn oder mais wies Hier oder in spannien genant wird, so wohl gegen

22.tausent oder noch mehr mütt belauffen wird, dan die milpa oder felder

23.stehen ser gut. frijól oder windErbes Hoffen wir ebenfalls etliche mütt

24.zu samlen. alles für nahrung der Indianer und für unsere nothwendig=

25.keit. so mus dan nit alles tühr und trocken sein ! aussert dergleichen an=

26.bauerungen bleibt es wahr, was ich oben gesprochen, hoc opus hic labor. das

27.man dise nothwendige nahrung Erhalte, ist vonöthen, das die populationes

28.oder Haupt-ort der mission sich zu ein bestendig fliesenten wasser nächeren,

29.damit durch unser fleiss und arbeit alles mit selbem wasser zur beguemen

30.zeit gewässeret, und begossen werden. welches freilich grosse arbeit und

31.fleiss Erforderet. darumb stehet das pfert bestendig under dem sattel, damit

32.der Pater sich in alle ort verffüöge, umbzusehen, ob der Indianer sein ambt

33.versehe oder nit. dan wan der Pater nit zu allem sihet, so ist es gefelet, der

34.Indianer sorget sich um nichts. findet auch der Pater wenig treüe dienst,

35.welche den Pater diser sorg Entheben. wie dan ich erst heüt ein dergleichen

Neg. 51929

 

1.    burst weiter geschickt, welcher mein alter Pater mit nit ein wenig bestohlen Hat.

2.    Es gibt der gleichen genug [?], welche gleichwie die Heüffige löwen (dergleichen erst

3.    vor wenig tägen ein Indianer aus diser mission hat Erlegt und Hergebracht:

4.    tiger, wölf, cojótes also werden sie Hier genenet, so etwas kleiners seind als

5.    die wölf, und Haben ein fux art ec. dem vich in dem feld schaden, also dise

6.    einheimische wölf rauben und stehlen, wo sie kennen, kein gelegenheit gibt’s

7.    nit, das man solche aufhencke, es ist vill, iedoch wahr gesagt: Es scheinet, ich

8.    Seie in einer erden, in welcher noch weder gesetz noch weder könig, noch weder

9.    gott bekant seie. darumb gibt es zu thun die heiden und auch schon bekerte

10.in ein form zubringen. würcklich seind die spannier, das ist der Capitan

11.huius profidii totius Piméria alta mit einigen anderen benachbahrten

12.wider die wilde heiden ausgezogen, welche verwichne wochen Einige soldaten

13.im schlaff überfallen, und umgebracht Haben, dise Indianer werden Seris, an=

14.dere de las Bócas, und andere Tiburónes genent, so meisten theils abtrinnige

15.Christen seind, die nit anders als nach ihrer freiheit leben wollen, und lieber in

16.ihren bergen hunger leiden, als in der gemeint wollen arbeiten, darumb sie

17.hin und wider schedliche ausfähl thun, und alles, was ihnen begegnet, rauben,

18.stehlen, pferdt, maulthier, oxen und küh mit sich treiben, die leüth, so deren [nit]

19.wenig umbringen; und hiemit grossen schaden verursachen, brennen auch

20.nächtlicher weil die Hütten der Indianer ab, in welchen schon ser vil lebendig

21.seind verbrannt worden. leben von dem, was sie erbeüten. wider dise, sage ich

22.seind diser tägen die spannier in das gebürg gezogen umb alldorten selbe

23.aufzusuochen, zubestreiten, und auszutilgen. weilen ihnen schon villmahl umbsonsten königliche gnad ertheilt worden. Erwarten demnach alle tag allhier die

24.Erwünschte zuruckkunft diser Campañen. Es gibt andere weit schedlichere feind

25.in disen landen, so die apázaes genent werden, von welchen ich schon

26.andere mahl geschriben, und in meinem weitleüffigerem schreiben, so mihr die

27.geschäfft und zeit so vill gestatten werden, wie ich im sinn hab, mehrers berichten

28.wird. Und dis ist die ursach, das wan ich nur ein halben tag weit reisen mus,

29.mich begleiten müssen Einige bewafnete im fahl der noth mich zubeschützen.

30.Ja kan auch kaum sicher von einer bis anderen völckerschafft, so zu der mission

31.gehörig, mich verfügen, weilen um und um alles feindtlich. würde auch ein

32.solches Ermorden wenig zur martter (von gadien, weil solche feind wenig oder

33.gar nichts von glauben wissen, sonder nur allein keine frembdling mihrem

34.land zuleiden umb in ihrer freiheit zu leben, allen ihren hass bewaffnen, und

35.scherffen. Ohneracht allem disem under dem schutz gottes gehe ich Hin,