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Neg. 51980

 

1.    recomendation, das der brieff Ser spatt angelanget, und mit der blindheit des P. Balthasar

2.    nichs daraus werde, maßen die mexicanische Herren Vätter nit wohlen die missionarys bei Ihne

3.    Sehen, Sagent, das Sie der Provins nichs gedienet. alswan wir nit für die Ehr gottes, für die

4.    Ehr der Compani, als wie Sie arbeiten thäten. derohalben Halten wir darfür allhier, das in

5.    inferno nulla sit redemptio. Hier mießen wir verharren, So lang Es Gott beliebig. Omnia ad

6.    maiorem Dei Gloriam. nichs desto wehniger überschicke ich den brieff, damit der P. Joan

7.    Ant. Balthasar Höre leßen, mit was für Höfflichkeit der J.r bruder Ihne schreibe.

8.    Ich lege Hier bei Einen abris Einer misgeburth, villeicht findet der J.r bruder Ein interprete.

9.    über dis, überschicke ich in gegenspil auch ein abris meines fast in allem von mihr erbauthen

10.missions=Haus. obwohlen Es nit zu vergleichen mit dem Segerischen Palast. Allhier kostet Es

11.Ser vil auch schlechtere Sachen zu machen und findet man Ser wehnig taugliche Baumiester. in

12.der kisten wirdt gefunden werden die anteütung der fabrica, und Ein anderes inventuris

13.mit antheütung ieder virtud, kraft, und Eigenthum der beigelegten Sachen. der J.r bruder

14.Empfange alles, wie mein guter willen Ihme Solches überschicket, obwohlen alles nichs wert

15.ist. affectum non effectum aspice ! Fast langen brieff Hab ich geschriben, laßet auch

16.die zeit nit mehr zu, obwohlen ich mich Einiger Sachen vergiße, die kunten geschriben

17.werden, thue zu dem beschlus mich dem J.r Bruderen Höfflichist anbefelchen mit bitt

18.alle und iede angehörige in meinem nammen in Christo zu Empfellen und umfangen,

19.damit Sie Sich meiner nit vergeßen in Ihren günsten und hl. gebett. So ich in gegen-

20.theil alzeit beobachte und also getreü zu verharren, alle versichere.

21.Sonderbar überschicke ich meiner Ser geliebten F.ren schwesteren Elisabeth mein

22.brüderlichen grus, thue mich Höchstens Erfreüen von Ihrem wohlstandt und begehre

23.von dem lieben Gott, das Er Sie in aller beglückseelige möge. Ebenfals Seie Solches

24.vermeinet für die F.r Schwester Maria Anna, mit bitt das Sie dennen guten Räten

25.meines J.r Bruderen alles geneigtes gehör Ertheilen wölle, und nachfolgen Solle,

26.So alles zu Ihrem Eignen nuzen gemeinet. der Vätter Philip aber wirdt mich mit Seinem

27.wol[?] verhalten allen trost versicheren ec. verbleibe Ures 23 des Jenners 1758.

Meines Hochwohl gebohrnen J.rn Bruderen

getreüister Bruder

Philippus Segesser Jhs. Soc. Jesu.

 

1.    So fern Einige andere bekante

2.    So wohl der geschelschaft Jesu als S. Ursula oder andere

3.    nach mich Solten fragen mil saludas, alle alle

4.    begrüße ich, auch den P.r Exprovincial P. Wageman Ec. Ec.a hen[?] mihi, quod Dno non licet

5.    ire tuo !

 

Brief an den Bruder Ulrich Franz Joseph Segesser. San Miguel de los Ures, 18. Januar 1759 (Neg. 51949-51952)

 

Neg. 51981

 

1.    die vier Gleßerne taffeln, So trei darvon verbrochen, ankommen, beßer hier

2.    als in mexico angelegt, wie auch die zwei creüz, und Sexgeneite bilder ich beßer

3.    zu schezen weis, als andere,) Ihnen Solten Eigen machen, kan ich nit beßerer recht

4.    die guthat des J.r Franz Urs Balthasar in dißen fahl für mich behalten, in maßen

5.    So weiten weg bis HierHer mihr ist überlifferet worden. Allein ienes Silber

6.    teffelein, in welchem Adam in dem Paradais zu Sehen, konte der P. Joan Antoni

7.    mit Selben Eine verEhrung machen durch främbde Händt, ohn wißent, ob Solches

8.    der befelchte volzieche oder nit, wie Es vilfeltig geschicht, in demme die einige,

9.    welche Ihme asistieren in dem Procurator=Ambt. dan Solches thut Er auch blin-

10.der administrieren, machen was Sie wollen, und Ihne bethören, das Sie volzogen,

11.was Er befolchen. wie die neüe missionary Solches genugsam erzellen. Hab al-

12.So auch dißes für mich behalten, und schicke für dißes und anderes dem P. Jn.

13.Ant.o Eine goldt kugel, damit Er Selbe anwende, in wem Es Ihme meistens beliebig

14.und vonöthen wäre: obwohlen Er in Seinem ambt kein mangel Haben wirdt. In warheit

15.Seine blindheit ist Ser zu bethauren: weilen Er mit Solchen naturs=gaben versehen,

16.das Er in der Provins Ser grose nuzen schaffen kunte, und wie Sie mich berichten

17.mit guter stercke und gesundheit in dem übrigen begabet, von allen vil geschezet.

18.wer weis aber, was Gott in Seinen anordnungen beschloßen ?

19.was die andere Sachen betreffen, So der J.r Bruder und andere mihr in dem kistlein

20.überschickt, und alles Hoch schezbar ist, auch wehnig schaden Erlitten, ist alles ange-

21.langt mit Sonderen Herzens=trost, wie zu erachten, wie Selbe in dem Inventario

22.verzeichnet, kan also nit genugsamb danck erstatten für iedes in Sonderheit,

23.und absonderlich für die Provins=histori und Instrument zu schrepfen, obwohlen

24.alles anderes gleichen danck erforderet: alle Sachen Seint allhier Ser Hoch ge-

25.schezet, Sonderbar die Relikien, Heltemteffelein, So vil Hundert Hier vonöthen

26.wären, dennen, So Es verlangen, genug zu thun, wie auch die Brigetiner Rosen-

27.crenz, ablaspfenig Romanische, dan die gemünder pfenig auch die Indianer wohl

28.zu underscheiden wüßen, nichsdesto wehniger auch Ser guth Sein. die zwei Catha-

29.logi Haben uns teüschen für geliebte diversion auch wohl gedienet, und mihr

30.Sonderbar der statt=kalender, welcher mein aparte=zimmer nebst anderen

31.teüschen und Italianischen stätten, So von mexico mihr überschickt worden Er wohl

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1.    ausgezieret Haben: nitwehniger werden Sie Hier auch die Scapulier geschezet. und mus

2.    Bekennen, das alles, was der J.r bruder mihr geschicket, Sambt dennen ienigen

3.    wehnigen Sachen, so die Procuratores auch uns überschickt, bei weitem nit Erklecket

4.    dennen begereten, So von weitem Hier Her geschriben allerhandt standts=leüth, auch

5.    So gar der Gobernator dißer Provinsen und die Haubt leüth deren vestungen zu

6.    streiten pflegen, welcher aus Ihnen Etwas Erhalten konte. Haben mihr derohalben

7.    die köstliche creüz und pfert=prüschen wohl gedienet, wie auch das überschichte

8.    paradeis von Silber und rarer art gemachte teffelein, So für den P. Joan Ant.en

9.    kommen, in gleichen umständen dienen wirdt; weilen wir dißer Herren gunst Ser

10.wohl vonöthen Haben. das weich=brun=keßelein dienet in meinem neüen retier=zimmer

11.und Hat der H.r Gubernator, welcher mich vor wehnig tägen heimbgesucht in verwunderung

12.des Selben gesagt: diße arbeith thut an Eine schwösterliche arbeith riechen. weis

13.zu reden deren gleichen Cavallieren, welche vor dem spanischen könig Selbsten, HierHer

14.geschickt werden, reich zu werden ec. Ich Hett lang zuschreiben von allen Ser Hochschez-

15.baren Sachen nachricht zu geben. alein kan ich nit Ermanglen anzutheüten die grose

16.begirdt, die ich Habe in dem neüen Haus (deßen tipue und delineation ich mit Sonderem

17.vergnügen und verwunderung gesehen). Einen guthen abetschmaus zu verkosten,

18.obwohlen Solcher in der alten Faßnacht Sein möchte. Gott verleiche allen Ihnwohn-

19.eren und lieben angehörigen meines Junckers Bruderen, wie auch aller nach-

20.kommenschafft langes leben, damit dißen So kommentlichen, als köstlichisten wohnsiz nach

21.langer zeit in gesundheit, wohlstandt und aller glückseeligkeit zu genießen !

22.Ich Sage demnach allen möglichisten danck umdiße So grose liebe, günsten

23.und verEhrungen, mit welchen mein J.r Bruder mich Hat beEhren wollen. Ebenfals

24.bitte ich meinen J.r Bruderen, das Er in meinem nammen den J.r Franz Urs Balthasar

25.allen schuldigen tanck erstatten wölle wegen dennen Empfangnen Sachen, So ob

26.wohlen für den P. Joan Ant. vermeinet geweßen, durch Seine anordnung mihr

27.Seint Eingehendiget worden. konte auch der J.r Bruder gemelten J.r Franz Urs,

28.So ihme etwas beliebig, obwohlen Eine Anta oder gemaltes feel Sein möchte, wie-

29.len zwei fast gleich Seindt, Einige Sach in meinem nammen mitheilen, So fern Solches

30.dem J.r Bruder thindlich Hus[?] ein erachtet wirdt. Ich mus bekennen, Hab mich lang be-

31.Sinnet obs thundlich Seie diße pagatella So weit abzuschicken durch die Handt des

 

Neg. 51983

PA 437/588 (with a few exceptions, unnumbered. For our purposes I count also the copies to avoid confusion in the future. The letters in this file are not all in the right chronological order!)

[No. 1]

Praenobilis et amantissime Domine Frater !

 

1.    Das mihr das Höchst verlangte schreiben meines Herren Bruderen nach Ersehnter So

2.    fröhlicher zeitung Einen Sonderen trost gebracht Habe, ist daran gar nit zu zweifflen,

3.    Beliebe Es dem gütigsten gott, das gegenwertiges gleichfals die Frau mutter, Juncker

4.    Bruderen Sambt allen liebsten angehörigen in bester gesundheit antreffen, welchen

5.    allen ich gleichfals mein schuldigste Empfellung zu ruck schicke, und zu wißen machen,

6.    das ich in dißer zeit, gott Seie danck, in Etwas beßeres mich befinde, allein das Immer-

7.    werente schweis Bad mich in Etwas abmatte. dißes schreiben ist die antwort auf ienes,

8.    welches mein Juncker Bruder den 25. Aprill verwichnes Jahr, Ehe Er auf die Vogty der

9.    landgraffschafft Thurgeüen wirdt abgereiset Sein, übersendet Hatt. under deßen ver-

10.Hoffe ich Es werden zwei andere meine schreiben, womit mehr, angelanget Sein. das

11.lestere, So ich geschriben auf der festung Frontéras genant, al wo ich trei monath

12.kranck gelegen, und durch Sonderbaren fleisige abwart der Frauen gemahlin des Herren

13.Haubtmans Joan Baptist de Anssa mit nit geringen unckösten widerumb zu recht ge-

14.bracht wirdt Hoffentlich weit läüffige nachricht gegeben Haben, wie ich die

15.zeit bis dahin verschlißen, und die ursach Endeckt Haben, worumb ich zwei iahr

16.nacheinander schwerlich Erkrancket, und wehnige Hoffnung gehabt, das zeitliche zuver-

17.lengeren. aus ursach dißer zweien kranckheiten Hat mich der Pater Visitator aus

18.der Pimería alta, das ist von Seiten norde, in die Pimería bacho (: baja : ) gegen miter-

19.nacht gelegen, ohn weit von Seiner Mission Etwas mehrers als 40 meilen wex, auf die Mission

20.Tecorípa de Sancto Francisco Borgia genant beruffen. bin bis dahin, wie gemeldet,

21.zimblich wohl auf geweßen, obwohlen diße Erden mit der in der Pimería alta

22.oder in San Xavier del Bác, und Guebavi ganz nit zu vergleichen. auch diße

23.schon Eine alte Mission, obwohlen durch Etliche iahr kein Pater, wegen mangel der

24.Selben (Patrem Missionariorum) allhier gewohnet,und So vil als Ein neüe Mission

25.kan gehalten werden. dorten Hab ich die Sachen können richten nach meinem

26.gutgedüncken, allhier mus ich mich vergnügen mit deme, wie ich Es finde. auch

27.die Indianer Seindt nit auf mein schlag gezogen, und ist schwer die Eingewurzlete

28.gewohnheit Ihnen zu benemmen, dan Sie nit tüsch Sonder spanisch underwisen worden.

Neg. 51984

 

1.    Im übrigen ist die administracion weit mühseliger und weitleüffiger als in der Ersten

2.    Mission theils wegen der rauchen bergen und steinächtigen, ungesäüberten, wilden

3.    wegen, in welchen Einem kaum die Ermbel an dem armb verwahret, weils vo-

4.    nöthen durch dorn und stauden bisweilen durch zutringen, und kan nit faßen, wie

5.    die Indianer ohne wunden durch schliepfen; theils weilen meine dörffer in alle

6.    viertheil der welt Sich länderen. zu deme, weilen diße Erden von lauter Silber

7.    bergen, So befinden Sich vill spanier in der gegent, welchen allen ich aus gutem

8.    willen beispringe, weilen Ihr pfarherr Ein weltlicher priester, wil Sagen kein Reli-

9.    giós, (die Padres Missionary aber allein für die Indianer schuldigkeit Halber bestimet,

10.schon Ein alter Herr und weit Entlegen seiner pflicht nit mer nachkommen kan.

11.über dis Habe ich Einige wilde völcker an der Seiten, welche in dem schwarzen berg

12.wohnen und Sich So weit Erstrecken, das bis dato kein End der Selben erfunden,

13.al wo ich mich in dißem Halben iahr schon Einmahl verfügt, Sie (: das ist vil : ) zu Sammen

14.beruffen, und in Ein gemeinde versamblet, Eine kirchen und behausung angefangen,

15.und mit nechstem, wans gott beliebig, aber mahlen mich dahin verfügen wirdt, dennen

16.Sachen beßeren nachtruck zu geben. aniezo bin ich beschefftiget mit der Ernde, und

17.gehet mir nit gar zum besten. dan weilen die Erden und orth der maßen hitzig und

18.Entzündet (: dan durch den ganzen tag scheinet, Seien wir in Einem bachoffen, als Haben

19.die Hizige wind den Bach völlig ausgetrüchnet, und weilen in dißen landen vor

20.dem monath July nit pfleget zu regnen, also ist alles vertoret in dem feld und

21.in meinem garten, welcher mich So sauren schweis gekostet. Nichsdestowehniger

22.obwohlen kein feüchtigkeit in den bergen, lauter felsen und stein, gibt’s zu dißer

23.zeit Einige frucht in gröse Eines apfels innerthalb bludt rodt, So süs und wohlgeschmackt,

24.das ich kaum Ein beßere frucht verkostet, die spanier nenen Sie Pitáia, die India-

25.ner tatat. die hilshen ist voller kleiner dorn und mus man behutsamb umgehe, das

26.man Sich nit verleze. neben dißer gibts Es Eine andere frucht zu dißer zeit, deren

27.gatung in Ingolstadt in dem garten ich gesehen Hab, und die indianische feigen dorten

28.genenet wirdt, Hat auch Seine dorn, und ist gleichermasen geschmack und gut zu Eßen,

29.Hab der gleichen umb [.?.] den garten Herumb vil gepflanzet, der zopf, So auf dennen

30.gleichsam dickhen bletteren Hervor waxet ist die frucht, So Sorgfeltig gesäüberet

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1.    von dennen kleinen dörneren, mit Einem meßer von Einander geschnitten werden

2.    und das innere Herausgenomen, Ser safftig zu Eßen ist. schreibe Solches darumb,

3.    das man in Ingolstadt Solten Solche früchte Hervorschießen, wie ich nit zweiffle,

4.    Solche ohne forcht können verkostet werden. diße früchten taugen mir an

5.    statt der kerschen, pflaumen, weixlen und vil birnen Ec. gott schickt und gibt

6.    in allen orten, mit welchen Sich der mensch Ergezen kan. Bis dahin Hab ich in meiner

7.    Mission geschriben, das was folget in der Mission meines Patris Visitatoris, wohin ich geschafft Halber abgereiset, bevoraber bin mehr den 80 meil wegs zu Einem krancken India-

8.    ner, welcher gleich nach der beicht und Empfangenen hl. lesten öhlung verschiden, beruffen worden.

9.    und da ich nach haus zuruck kommen, schon mer Ein anderer Bott mich auf Eine andere mission, wo Eine

10.versamblung der Patrum Missionariorum wegen wichtigen geschefften gehalten worden, beruffen.

11.das zu sagen, ich kaum zeit gehabt, das naße von schweis und staub schwarze Hemmet zu wexlen.

12.weil vonöthen tag und nacht zu reisen. Es sitzet schon [.?.] genug auf dem sattel. dißen augen-

13.blick kombt Ein bott von mexico, welcher vor Einigen monathen ist von dißen Missiones ab-

14.geschickt worden, welcher mihr Ein brieff gebracht von dem Pater Antoni Balthasar

15.in welchem Er mich abermahl berichtet, das das kistli, So durch den gewesten Hispanischen

16.Residenten Don Felix Cornejo Sicher nacher Mexico überlifferet worden, von dannen

17.aus Seie verlohren worden, weilen der kauffman, So Solches mir Hätte Einhändigen Sollen,

18.Sein falit worden, und nach verkaufften waren Sein flüchtig worden in Einem orth, welches

19.wadalachára genent wirdt. Hab also schlechte Hoffnung Selbes zu bekommen. möchte wißen

20.was in Salben kommen, damit durch Einige wahren man konnte in Erfahrnus kommen, wo

21.Es auf der Erden schiffbruch gelitten. wirdt nit nach laßen der sachen auf den grundt zu kommen.

22.under deßen ist Es So vil als ich Solches Hätte Empfangen, und Erkenne ganz wohl die absonder-

23.liche gute neigung meiner liebsten F.r mutter, geschwistrigen, und sonders meines Juncker

24.bruderen. gott vergelte Es allen tausentfeltig, und laßen Sie Solches mit reüen,

25.weils so vil, als wie Es wäre Empfangen worden. und ist dißer verlust so vil, als Ein

26.fleisigerer anweiser beßer achtung zu geben auf anderes mahl. der P. Balthasar hat

27.Es guth vermeint, aber übel getroffen. von dem anderen kistli Hat mich Don Phelipe

28.de Anssa durch Seinen Bruderen Capitan in Fronteras schon berichtet, und ver-

29.melden laßen, das Er Es Sicher mit der flotte überschicken werde, die flotte aber bis auf

30.den monath october Erwartet wirdt in vera Cruz. und verhoffe Hiermit Eine Sichere Ein-

31.lifferung zu Erhalten. dan dißer Herr mir Ser geneigt ist, und Hat mir vil gutes ge-

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1.    than, wie Er auch würcklich mihr Einige vergiffte kreüter geschickt, mit welchen Ein ge-

2.    tötes schaff, Kalb, oder pfert Er gleichsam Eingesalzen werde, So die krafft des gifts

3.    an Sich ziehen, nachmahlen in underschidliche örter gelegt werden, damit Solches

4.    vergifftes fleisch die wölff oder koiótes (: diße Seint Etwa größers als die füx in

5.    unserem Vatterlandt, und ist diße Erden voll der Selben : ) wie auch die löwen Eßen,

6.    und auf diße weis verderben. dan diße kreüter all ein schedlich dennen thieren, So

7.    Har Haben, dennen oder vöglen schadet Es, das gifft, nit. die tigerthier

8.    kan man nit tödten mit dißem gifft, weilen dißes thier von keinem verdorben

9.    oder getöten thier ißet, wans Es nit Selbsten Solches getödtet, dan E. G. das tigerthier

10.tödtet Solches anderes kalb oder kuh, pfert oder maulthier Heüt, morgens ißet Es

11.schon nit mer von dißem, Sonder tödtet ein anderes, und also alle tag bringt Es

12.um Sein leben Ein neües thier. in wehnig tägen, Ehe ich von meiner Mission abge-

13.reiset, Hat mir Ein tiger-thier 17 pfert junge und alte umgebracht, ohne das ich

14.wiße, was Es mir geschaden under dißer zeit. mit dennen iaghunden pflegen die Indianer das tigerthier zu fangen und mit dennen pfeilen zu tödten. aber Ein Solcher

15.hundt ist mir vor Einiger zeit verdorben, und Hab kein anderen mer in meiner

16.nachbarschafft, und Erwarte Hiermit mit gröstem verlangen gemeltes kistlein wegen

17.deme, So in Selben kommet. über dis Hab ich groses unglück gehabt dißes iahr

18.in meiner Hert der schaffen; dan mir alle iunge verdorben, und vil aus dennen alten,

19.ohne das ich wiße ihr kranckheit. sunt male mixta bonis, sunt bona mixta malis, und

20.allzeit mehrers übls als gutes. und was das gröste übel ist, das der Pater Missionarius

21.Sich mit dißen zeitlichen mer als, also zu Sagen, mit dem geistlichen beschefftigen

22.mus. und ist dißer Ein so notwendige sach, das ohne diße obsorg nit Eine Seel Erhalten

23.wirdt, dan wo die Indianer, welche sich um nichs besorgen, nit zu Eßen und klei-

24.der finden, suchen Sie Solches in den bergen mit iagen wilde thier, früchten und

25.wurzlen, So ihnen beßer geschmecken, als was sie wohl gekochter finden in dem

26.Haus des P. Missionary. Ec. Ec. betaure iene grose feindseeligkeit der Europaeischen

27.gecrönten Häübteren. gott verleihe allen den Erwienschten frieden. und bitte meinen

28.J.r bruderen, das Er mir genaue nachricht deren glücklichen oder unglücklichen zufällen

29.Erteilen wölle. auch mir in dißen landen Haben genugsame streitigkeiten. allein der

30.bogen Endet Sich, und mus ich mich nebst Ertheilten grus an alle meine bekandte auch der

31.gesellschafft Jesu Ec. mich wider mein willen kürzlich Empfellen in die mütterliche, und

32.brüderliche hulden aus Tecoripa 27 Juny anno 1735

 

meines J.r bruderen getreüister

bruder Philippus Segesser S. J.

Next follows, once again, a copy of the above letter by another hand. The difference in the handwriting, however, is considerably more pronounced than otherwise the case.

Brief an den Bruder Ulrich Franz Joseph Segesser. San Francisco Borja de Tecoripa, 1. Mai 1736 (Neg. 51987-51990)

 

Neg. 51987

PA 437/588

[No. 3]

Praenobilis ac Strenue D:ne D:ne frater Josephe

 

1.    Tecorípa 1 May anni 1736.

2.    an meinem tag nach 3 Jahren ist

3.    das bind band kommen.

4.    der P. Gaspar Stiger befindt sich beste

 

1.    Mit gelegenHeit, das von dißem orth aus Ein Eigentumb-

2.    licher abgefertiget wirdt nacher mexico, kan ich nit underlaßen

3.    obwohlen Ser Beschefftiget nachricht zu geben von meiner gesund-

4.    Heit (: Seie darumb Gott gelobt: ) weilen nichs notwendigeres in

5.    dißen landen zu verlangen. Ich zweiffle nit, Es werden under-

6.    deßen Einige Brieff angelanget Sein, in welchen ich nachricht

7.    gegeben von meinem Handlen und wandlen, wan anderst nit

8.    die schmerzliche kriegs=leüff die Brieff Hinder Halten Haben. Solches

9.    zu förchten gibt mir gelegenheit das also grose stillschweigen

10.meines liebsten Herren Bruderen, in maßen ich kein anderes

11.schreiben ErHalten, als Jenes, in welchem ich nachricht Erhalten,

12.das in Cadix dem Herren Philipp de Ansa gemeltes Seie

13.Eingelifferet worden, und gemelter Herr mit Selben die

14.abreisung der flotte Erwartet Habe. BisHero Haben wir

15.keine nachricht der flotte allhier, und stehet das ganze landt

16.in Sorgen, Es möchte mit Selber fehl geschlagen Haben durch

17.unglück Eines schiffs=Bruchs, oder das Selbe in Händen der

18.feinden gerathen Seie. Seie Es wie Es wölle, auf wehnigist

19.ist Sie nit angelanget, wie man Sie verHoffet Hatt;

20.möchte nit, das mit Selber auch meine Hoffnung in das

21.waßer gefallen Seie. In dißen landen leben wir

22.auf glück und unglück, wie Es kombt, und Haben nichs in

23.Sicherheit. In dem lesteren schreiben Hab ich nachricht

24.gegeben, wie das das durch Herren felix Cornejo über

25.schickte Sich dißer Erden verlohren Habe; aniezo

 

Neg. 51987

 

1.    alys praedicavero, ipsus ego reprobus evadam. da ich dißes schreibe ruffen mich Einige spanische völcker auf Ein

2.    berg werck So zwei lange täg weit, Sie zu der österliche zeit zu disponieren und Einigen krancken bei zuspringen. Hab also nit mer

3.    zeit zu schreiben. und da ich den brieff schließen will, wirdt mir das vermelte kistlein (: gott Seie gelobt und danck dem hl. Anto-

4.    nis : ) Eingelifferet, und weil die begirdt gros, vermercke ich, das Es Seie Eröffnet worden. Hab aber nit zeit zu durch suchen,

5.    wirdt mit nechstem Ein anderes schreiben abfertigen und von allem nachricht geben. verbeleibe underdeßen mich demütigist

6.    anbefehlent in aller hl. gebett von Tecorípa aus der Pimería bacha (: baja: ) oder der nideren Pimari getreüister bruder

Philippus Segesser S.J.

 

Brief an die Mutter Anna Maria Catharina Segesser, geb. Rusconi und den Bruder Ulrich Franz Joseph Segesser. San Francisco Borja de Tecoripa, 1. Juli 1736 (Neg. 51991-51994)

 

Neg. 51988

 

1.    berichte ich glaublich das widerspil, und scheinet der hl.Antony

2.    Hab Sich meiner nit vergeßen; dan wehnig täg dahin

3.    Erhalte ich nachricht, das Ein anderer kauffHer Eine der

4.    gleichen Sachen mit Sich bringe von Eben Selben orth

5.    aus, In welchem Es Hätte Sollen verlohren gangen Sein.

6.    der kauffman ist bis dato nit angelangt, Hab ihme geschrib-

7.    en, und Erwarte täglich die antwort. nach aller beschreib-

8.    ung nach wirdt das verlohrne schäfflein gefunden werden.

9.    von welchem allem ich wirdt gleich nachricht geben.

10.Allhier Haben wir Ebenfals bestendige krieg, welche

11.ob wohlen Sie nit So blutig, iedoch unseren notwendigkei-

12.ten Ser nachtheilig Seindt, und Haben wir mehrere feindt-

13.Seeligkeit zu förchten, wie mehr Eine Heilige zeit unsere

14.geistliche übungen Begehret. das die Indianer in Califórnia

15.zwei PP.es misionarios getödet, vermeine ich, das ich schon ge-

16.schreiben in Einem anderen brieff. die Soldaten Seindt dorthin

17.abgeschickt worden mit Irem Haubtman oder General, Haben

18.aber bisHero wider die abtrinige nichs ausrichten können,

19.weilen Selbe auf die Berg Entflohen, und die Erden für

20.Sich Selbsten wegen der vile der dörneren und stauden,

21.die voller dörner, unwegsam ist, und also zu Ihnen nit ge-

22.langen können, sonder Sehen und Hören mießen, wie Sie

23.Iren spotteten. die Patres aldorten leben Ser armseelig,

24.Hab Ihnen mit meinen maulthieren Einige seck mit mähl ver-

25.wichne tägen geschicket, gleichfals werden Sie von under-

26.schidlichen orthen mit So gemeltem türcken=corn ver-

27.Sehen, weilen das landt So öd, das ausert wehnigem

28.wein für das meeß-opfer, Einigen zuckerrohr und Ser

 

Neg. 51988

 

1.    mein prüderliche liebe; der J. Schwesteren Elisabeth, wan Sie bis dahin in dißem stand verharret, meine bestendige treü; und

2.    allen anderen; So meiner gedencken mein taußenfeltigen grus vermelden. der Junge Herr Nepot wölle meiner

3.    nit vergeßen in Seinem unschuldigen gebett, und wölle mir mit Seiner Hand schrifft den trost geben zu vernemmen, wie Ihme

4.    das studier weßen anschlage. nit in dem lesten orth Empfelle ich dem J.r Bruderen, das Er wölle allen meinen

5.    liebsten Bekandten in dem Collegio ò wo Ihmer Sie Sich befinden mit gelegenheit meine bestendige treü und ange-

6.    dencken vermelden, mit bitt, das sie auch meiner nit wöllen vergeßen in Ihrem Eiffrigen gebett, auf das ich ne, cùm

 

Neg. 51989

 

1.    wenig reis aldorten nichs zu finden ausert der fischen, So in

2.    dem meer genugsam werden gefangen werden. Es Seindt

3.    zwar zwischen California, So durch Ein arm des meers von

4.    dißer Erden Etwan 24 stundt weit in der breite abgesön-

5.    deret wirdt, : ( und meinen Missionen, andere missiones, So

6.    ich durchreisen mus gegen mitternacht, wan ich zu Ihnen

7.    Etwas schicke, welche die Missiones der Jakis (: jaquis: )

8.    welche völcker schon zeit Her bekeret Seindt, und nichs desto

9.    wehniger in der karwochen mir Sex pfert und Ein maul-

10.thier, Einem anderen benachbarten Herren mer dan

11.20 affert oder stutten, wehrenter andacht getödet,

12.und aufgezeret, aus ursach, weilen Ein kalter luff Ihnen

13.Ihre felde früchten verfröhret, und iezund grosen Hunger

14.leiden. täglich komen Einige mit Salz, damit ich Inen türcken

15.corn oder weizen gebete, Ihr land für Sich Selbsten ist Ser

16.fruchtbar, dan Ein flus, welcher Eben darumb der Nilus kan

17.genent werden, thut alle iahr, wans in dißer Erden regnet, So

18.in monath Brach= oder Augst=monath geschichet, die Erden also

19.fruchtbar wäßeren, das das ganze übrige Jhar Sie Sehen

20.und Samblen können, obwohlen Es niemahl regnet, Ihre früchten

21.Seindt türcken corn, Erbes, windErbes, linsen. Ernehren Ser

22.vil schaff und geißen, mit welchen Sie Ihr Handlung treiben.

23.weilen Sie kein treit können Seien, ist vonöthen, das wir,

24.welche wie in anderen Erden wohnen Ihnen zu Hilff=kommen,

25.obwohlen ich auch Ser wehnig Erden für den weizen, So Mitt

26.Einem kleinen Bechlein geweßeret wirdt, darvon ich und meine

27.Indianer trincken, und meinen garten weßere, zu Seihen

28.Habe und wans in Augst=monath nit wohl regnet, noch Einige

 

 

Neg. 51989

 

1.    parteisch, Erwarte ich Ein obwohlen kürzere iedoch sichere nachricht der Eüropeischen geschefften von meinem J.r bruderen.

2.    Ich zweiffle nit, die F.r mutter Sambt allen lieben angehörigen werden Sich in gutter gesundheit befinden, So mein

3.    Einziger trost Sein wirdt zu vernemben. Bitte Hiermit den J.r Bruderen, Er wölle der F.r mutter mein kindtlichen grus; des Hoch-

4.    wirtisten Herren Vetteren ChorHerren Sambt meinem Herren Bruderen, welche gegenwertiges für das Ihrige Halten wöllen, meine

5.    demütigiste Empfellung; der F.r baas zu maria Hilff Sambt dennen übrigen aldorten mein Ebiges angedencken; der frau Bas in dem

6.    bruch, und Faar, und woimer Sonsten meine pflicht Solches Begehret; meinen geistlichen und weltlichen FF.ren Schwesteren