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Neg. 51990

 

1.    Hoffnung machen kan, das ich Ein körndlein von türckkorn Samlen

2.    könne. welches iedoch die Einzige Substans, von welchem wir unsere

3.    missiones Erhalten, Sambt dem grosen Horn=vich, So Ebenfals das Sein-

4.    ige beitragen mus, welches alles grose obsorg Erforderet, das nit

5.    Sie Solches in Einem tag aufzeren. dißes volck lebet, wie der vogl in

6.    dem lufft, was Es Hat oder findt, verzehret Es in Einem tag, und

7.    dencket nit an den anderen tag, weilen, wans nit Sie in der Ebne nit

8.    finden, suchen Sie in den bergen, und solten Es auch schlangen Sein.

9.    In der mission, wo ich vorher geweßen, stehet alles ser übel

10.und rebellisch, Es Hat mir der Her Haubtman Her Joan Bap-

11.tista de Anssa Ein Ser bedaurlichen brieff geschriben, das Er kein

12.mitel finde, die Indianer zu stillen, Er möchte, das ich dahin kerete,

13.wie dan auch mir der P. Caspar Stiger, (: welcher bis dato kranck

14.und unbrauchbar ist, und in Eben Selber mission Erkrancket, wo

15.ich zu vor, und Ein anderer Pater Joan Bap. Grashover aus der

16.Östreichischer Provins gestorben, wie ich schon geschriben . ) ge-

17.schreiben, das die Indianer mich als Ihr Ersten P. Missionarium

18.begehren, allein stehe ich aniezo in Einer So arbeitsamer Mission

19.und mit ansamung treier bis vileren neüen völckerschafften

20.das ichnit weis, wo ich merer vonöthen. nichs desto wehniger

21.stehet alles in dem willen der Oberen, schaffen Sie, So wird

22.ich selbes vollziehen. die unruh gemelter völcker der

23.Pimería alta, wo ich geweßen, rühret Her von Einer Person,

24.So ich nit mus melden, und ist zu bedauren, das Ein Solche

25.Person zu Solchen umstenden gereiche. weit schlimer stehen

26.die Sachen mit unseren Patribus in mexico, weilen das capittel

27.Sambt dem bischoff den zehenten von unseren gütteren, So bis-

28.Hero niemahl ist gegeben worden, auf das aller genauiste Er-

29.forderet, und weilen die Oberen Ihre priuilegia aufweise-

30.te, und die gnaden, So der könig dennen unsrigen bisHero

31.Erwißen, Haben die capitulares unsere schaffner, So brüder

 

1.    unserer gesellschaft excomunicieret, und dem volck anlaß gegeben, das Sie Ser üble meinungen von uns geschöpfet.

2.    das übliche ist, das der bischoff zu gleich vicekönig, und wir So wohl bei weltlichem als geistlichem recht den Handel verlieren.

3.    Hab würcklich under meinen Händen den ganzen proces, und thut mein kopf wohl erHizen. Es Seie zwei patres nacher

4.    madrit abgereiset, aber mit schlechter Hoffnung, weil der vice=könig bei Hoff Ser vil geltet. gibt also genugsame krieg

5.    in der ganzen welt, welche Gott wölle gnädigist vermittlen. Hab auch Ein guten stos der zeitungen und Begebenheiten

6.    des weltheils Europa, weis aber nit, ob ich So vil zeit Haben werde alles zu durchlesen, und weilen Solche ordinari

 

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[No. 5]

Hochwohl-Gebohrne F.r mutter                                               Praenobilis ac Strenue D.ne Frater

 

1.    Ich wil Hoffen, Es Seie under deßen das lestere, So ich von Hier aus durch Ein Eigen-

2.    thumblichen Botten nacher Mexico an den P. Joannem Antonium Balthasar abgeschickt,

3.    und Selbes Ihme bestermaßen anbefolchen, reisfertig nacher Europa abgangen

4.    und Ehe dan gegenwertiges angelanget Seie. In welchem ich am Endt des Selben

5.    nachricht gegeben, wie das durch den geweßten Herren Residenten H.n felis Cor-

6.    nega alleman abgeschichtes kistlein in Eben dem Ersten des monaths may als Ein köst-

7.    liches und Ser angenemmes bindtbandt mir Seie Eingehendiget worden, nach dem ich Solches

8.    schon für verlohren gehalten, und mer dan trei iahr ist aufgehalten aber übel be-

9.    wahret worden. Ich Hab schon geschriben, das Es Seie Eröffnet worden. aniezo ist not-

10.wendig zu berichten, was daraus Entfrembdet worden, gott weis, wer Seine dieb-

11.ische Handt darEingelegt. Es scheinet, Es Seie Ein gestudierter geweßen, dan ob-

12.wohlen das beßere manglet, Hat Er in Einem und dem anderen respect getragen

13.und mir auch Etwas überlaßen wollen: als zum Exempel, von den 2 dutzet meß-

14.erlein Hat Er mir von beidergatung 4. überlaßen; die anhenckerlein von Silber

15.Seint in Seinen Henden geklebt. das schärlein wirdt Ihme taugen Seine lange

16.finger zu stuzen. die 54 gestickte bilder Haben Ihme so wohl gefallen, das Er mir

17.nit Eines überlaßen. gleichfals ist Er Ser geneigt geweßen gegen dem hl. Ignatio

18.und hl. Xaverio, darumb bediente Er sich mit den auf kupfer gemalte bilder.

19.in dennen Radthauser bilder Hat in der talg geblendt, und wohl blind dareinge-

20.griffen. grose andacht truge Er gegen denen auf flohr gebildeten schweistüchlein

21.wie auch deren 5 Bahrer bilder. von dennen 41. ausgeschnitnen bilder liese Er

22.mir nit Eines über. weil der geld-scheckel lehr, hat Er wehnige begirdt des Selben

23.getragen. von 33 Sammet-stich überlasete Er mir 13. weilen Er Ser Eiffrig die ab-

24.las zu gewünnen behielte Er die 4 dotzet Rosenkrens. die meyen von trath

25.Hatten Seine augen auch gefeßlet. Ein Sonderer liebHaber mus Er Sein gegen dem

26.christ-kindlein, darumb bedienete Er Sich zweier salz-burger kindtlein; von den

27.heilthumb-scheiblein Sahe ich keines, und ist dißes was in dißen landen, bevoraus

28.geschezt wirdt. beinebens wunderes mich das Er die bilder des leidens christi

29.nit geköndt. den Brauch der amplen nit gewust, den brauch des geweichten

30.waßers nit gepfleget, auch nit gewüst, wie man den Cafè siedet, Sonsten mir

31.nit wurdt überlaßen Haben iez gemelte Sachen, So alles wohl angelangt, und nur

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1.    Ein blättli in etwas, und Ein glas Einiges weichkeselein gebrochen ankommen. gemelte

2.    weichkeselein, Salzburger kindlein. Heilthumb scheiblein, Brigitiner Rosencrenz, Seint

3.    Sachen, So hier geschez werden und wohl angelegt Sein. mein Richter in dißem

4.    meiner mission, da Er das Salzburger-kindtlein gesehen, wolte vor liebe nerisch

5.    werden, und Hat mich gefragt, was Es koste, Er wols bezahlen So deür ich wolle, und

6.    Solten Einige vich stuck vich kosten, Hab ihne Einige zeit in Seiner begirt laßen,

7.    Entlichen Solches Ihme geschenckt. Solche Richter der völckerschafften Seint gleichsamb

8.    als wie die landvögt in dennen Herschafften; deren ambt ist alles in guter ruh zuhalten,

9.    und die nodtwendige arbeiten anzuschaffen, deßentwegen der Pater Missionarius

10.Sich wohl mit Ihm zu verstehen Hatt ec.

11.aniezo schreite ich zur antwort über die schreiben, welche ich innert und ausert

12.des kistleins Empfangen und Erstens Empfange ich Eines meiner F.r mutter mit gemel-

13.tem kistlein und weilen dißes gleichwie alle, So in Selben kommen, vor mer dan trei

14.iahr geschriben worden, berichte ich, das ich dißer tägen Ein anderes schreiben von meiner

15.F.rn den 15 Brachmonaths verwichnes iahrs durch die Hand des Herren Philip de

16.Anssa, So in cadix wohnhafft, abgefertiget an Seinen Herren Bruderen D.n Juan Bau-

17.tista de Anssa, und dißer an mich das überschickte schreiben Empfangen mit gröstem

18.Herzens-trost in Ersehung das der allgütige gott meine liebste F.r mutter bis dahin bei guten

19.krefften Erhalten, und wie ich Hoffe noch ferners nach Selbst eignem verlangen gnä-

20.digist beschüzen werde mit Ertheilung Seines göttlichen Seegens zur vermehrung

21.aller überflißigen leibs und der Seelen gütteren. in gemeltem schreiben siche

22.ich Erstlich die alzugnedige Sorgfalt meiner F.ren mutteren und brüderliche liebe

23.meiner liebsten geschwistrigen, Sage Hiermit taußentfeltigen danck allen und

24.ieden, welche Sich gewürtiget meiner wehnigkeit zugedencken, und Solches

25.mit So angenemben Sachen zubezeügen. Einzig und allein bedaure ich, das ich in

26.Einer So weit Entlegnen Erden, in welcher nichs Sonderbares, So konte übersicket

27.werden, damit mein kindtliche und Brüderliche gegenpflicht zu bezeügen.

28.allein was mir der Himel vergonnet Ein Ebiges angedencken in meinem mes-opfer

29.und mühseeligen arbeiten, dißes ist, was mir die wildnußen nit Entnemmen

30.können, das ich nit meiner pflicht gedencke, und Selbe beobachte, wie auch

31.andere mahl geschriben, das Sie gleichfals meiner gedencken, wan der ordinari bott

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1.    wil Sagen, der volle mon allen mein schuldigen grus und Empfellung vermelden thut.

2.    Ich Erfreüe mich ab der genesung und Beßeren gesundheit meines Herren bruderen

3.    und ChorHerren zu münster, wie auch meines J.r Schwagers, welchen der liebe gott Selbe

4.    verlengeren und was zu Ihrer und allen nuzen und Ehr gottes gereichet, Ertheilen

5.    wölle. mich bedauret, das mein J.r Carl Krus So baldt das zeitlich gesegnet, So leicht

6.    Er den zeitlichen stand verlaßen. Es ist Halt kein rath über den göttlichen rath.

7.    So hat Sich dan das stifft freülein Entlichen Entschloßen, und den süßeren standt

8.    Erwöllet, winsche glück darzu, und gebe gott, das Sie in kurzem mihr Ein andächtigen

9.    althar diener überschicke, dan ausert Einem ist fast ohnmöglich Einem anderen

10.die gebetter in Sein kopf zu bringen, Sonderbar weil ich ser wehnig zeit Hab wegen

11.dem vilen reisen Ihnen den verstandt zu eröffnen, und Sie auf keine andere sprach

12.als auf ihr Pimische verstehen wollen. bisHierHer die antwort über den lesteren

13.meiner F.ren mutteren, aus welchem zu Ersehen, das der brieff Ehnder als in Einem

14.iahr mir Eingelifferet worden, und also diße die die aller sicherste gelegenheit, die brieff

15.und alles anderes mihr zu überschicken. Hab auch nachricht Erhalten, das das kistlein,

16.welches durch diße gelegenheit geschicht worden, das Es schon mit der flotta angelangt,

17.und dem encomender gemelten Herren Haubtman Don Juan Bautista de Anssa

18.Seie Eingehendiget worden, und ohne zweiffel als wie kauffmans wahr Sicher,

19.ohne das Es in andere Händ gerathe, mihr überlifferet werden. Es berichtete auch

20.der Herr bruder Philipp de Anssa das iez gemelten Haubtmans, das iene brieff die

21.ich durch diße gelegenheit nit der vorlesteren flotte an meine befreinte geschickt,

22.in ienen zweien schiffen, So in dem canal de Bahama zu grundt gangen, mit Selben

23.Sich verlohren Haben. weis aber nit mer, vor von ich geschriben, und an wem.

24.zwei schreiben meines J.r bruders Eines ausert, dan andere inert dem kistlein

25.Seint mir wehnig zeit daher Eingelifferet worden, das Einte den 2. July 1732.

26.und das andere den 12. 1733 datieret. über welche beide ich allerschuldigisten

27.danck erstatte wegen gegebner nachricht, des Einten und des anderen, von welchem

28.der J.r Bruder mich Erinneret So wohl der lebentigen, als lieben verstorbnen.

29.was ich iezund absonderliche bitte, ist, wie ich vermein, auch andere mahl geschriben

30.zu Haben, das der J.r bruder mir redlich schreibe, die verleüff der waffen. dan die

31.zeitungen, welche HierHer kommen, Seindt Ser nachtheilig dem Römischen reich und

32.engegen überaus forteil hefftig Franckreich und spanien. wil Hoffen, das der

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1.    J.r Bruder glücklich die turgeüerische landtvogtei volendet Habe, und glücklich nacher Haus

2.    kommen Seie. schreibe dennen unErgrüntlichen vetheilen gottes zu iene allgemeine

3.    übel und Heimsuchungen, welche ohne zweiffel zu vilen guten gedancken werden

4.    anlas gegeben Haben; und wil Hiermit Hoffen, das Sich der Erzürnete Himmel Sich

5.    werde besempftiget Haben.

6.    scheze über der maßen das Beigelegte schreiben meiner Hoch würtigen F.ren basen

7.    geweßten Superiorin Bei maria Hilff, wie auch das gnedige angedencken der aldasigen

8.    F.ren Superiorin, wie auch der ganzen Hochwürtigen versamblung, Erwidrige allen

9.    schuldigisten respect und freüntlichisten grus an alle Sonderbar meinen lieben alten

10.bekandten, und forderist Befreinten. gleich wie Sie meiner, also bin ich nach gemachten

11.pack aller und ieden Eingedenckt, daran Sie nur nit zweifflen wöllen. bedancke

12.mich wegen dennen angenemben schanckungen, obwohlen Sie Ebenfals gefahr Erlitten.

13.Ihro Hochwürden maria Josepha fluderin[?] Solle nit den kürzeren ziehen in meinem

14.angedencken, welche Sich gewürtiget mit dennen köstlichen maria-Hilffs-

15.bilder mich zu beschencken, gott gebe Ihro Hochwürden lange und verdienst-

16.liche iahr. der Maria Margaritha Hirtin, und M.a Prudensia Pfifferin

17.Seeliger gedechtnus Hab ich schon Bei dem lieben gott um die Ebige glori ange-

18.Halten, wünsche beinebens das alle Hochwürtige Frauen und Schwesteren

19.Bei Maria Hilff Sich in bester gesundheit befinden. meine Hochwürtige F.r bas

20.M.a Ursula wölle an der Beobachtung meiner schuldigkeit nit zweifflen. gleich

21.wie Ihro Hochwürden F.r Bas M.a Agatha in dem Bruch, deren ausbündige zeilen

22.Ihr Heiliges Herz und Bestes gemüth mir bestens Bezeügen, ich meiner pflicht

23.versichere, und Engegen alle Erwünschliche glückseeligkeit von dem lieben gott

24.zu erhalten nit Ermanglen werde; bedancke mich Höfflichist des köstlichen an-

25.gedenckens, und weil meine Indianer bis dahin nichs gelehrnet außert Einigen

26.körben zu machen, wil [.?.] ich der F.r baas für so freigebige Hand den korb nit

27.geben. wan Ihro Hochwürden Einige Löwen und tigerHeüt bedientlich wären,

28.konte ich mit Einigen aufwarten. Hab würcklich Eine Seßel für die gäst, So

29.ich genug Hab in dißer mission, und aus mihr gleichsam Ein Hauswirt aber ohne

30.zech, machen, gemacht, welche mir an statt, der geneiten aus bindig dienen.

31.das papier gehet zu Endt, und der bott sizt schon zu pfert, welcher dißes kurze schreiben

32.an meiner statt, geliebts gott, werdt glücklich überlifferen. Empfelle mich in die

33.gnädige und müterliche Hulden, in die brüderliche und Best Erfahrne neigung

34.mit bitt an den grosen gott, das Er alle gnädigist und glückseelig Erhalten, und nach Einem

35.langen leben in die Ebige freidt übernemme wölle. Tecorípa 1. July. 1736 Philippus Segesser S.J.

 

Brief an die Mutter Anna Maria Catharina Segesser, geb. Rusconi und den Bruder Ulrich Franz Joseph Segesser. San Francisco Borja de Tecoripa, 31. Juli 1737 (Neg. 51995-51996)

 

Neg. 51995

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[No. 6]

Hochwohl=Gebohrne F.r mutter Ec. Hochwohl Gebohrner J.r bruder Ec.

 

1.    Ich zweiffle nit daran, Es werde So wohl die F.r mutter als J.r bruder mihr verzeihen, in deme

2.    ich nit, wie Es sich gebürte, Eines absonderliches schreiben So wohl für die F.r mutter, als für den

3.    J.r Bruder übersende. allein Es ist nit möglich, die kurze zeit, und über Häuffige gescheft laßen mich

4.    nit verschnauffen, und Seint der krancken, und begrebnusen in allen orten der maßen vil

5.    das Einer vermeinen mus gott schicke So greüliche pest, darmit die welt zu lehren. die kinder

6.    sterben heüffig wegen dennen kindts blateren, die grose mit Herauswerfung villen bludts

7.    und ist niemandt, der ihnen aderlasen oder Sonsten helffen konten. ec. weil ich demnach weis,

8.    das die F.r mutter und J.r Bruder wohl wißen Ein Mittleiden mit mihr zu Haben, So werden

9.    Sie kein Bedencken tragen, wan ich in gegenwertigen schreiben zugleich an beide die nachricht

10.gibe, das gott Seie lob ! ich frisch und gesund Seie, und verwichnen monath May die zwei grösere

11.kistlein Empfangen Habe. Jenes aber, so durch die Händt der Procuratoren mihr Eingelifferet worden,

12.gleichfals wie das Erste kleinere ist Eröffnet worden, in welchem die Sichel und Sensen kommen,

13.und weiters nichs gefelt Hat als die Heilthumbscheiblein, rosenkrenz, und die gratia

14.Sancti Pauli fast alles zu pulver zermehlet worden, weilen die Eisen waren nit mer seindt wohl

15.Eingemacht worden. vil scapulier und fast alle bilder Seint abermahl unsichbar worden.

16.aus welchem zu Sehen, was Hier geshez wirdt, wan So gar die NN[?] Solcher frembden sachen bedienen.

17.die lebküchelein=mödelein, So von erden gemacht, Seindt auch zerbrochen kommen: ist aber der geringste

18.Saden. die Samen, weis nit ob sie werden nach So langer zeit aufgehe, Seint auch Etwas verderbtes

19.ankommen,Hab aber bis dahin wegen denen So grosen unruhen nit allem nachsehen können, und

20.weilen meine gärtner auch Entflochen, wie aus den grosen schreiben zu sehen wirdt sein, Entflochen.

21.ist vil zu grund gangen ec. in übrigen ist das fornembste und notwendigiste alles wohl ankommen.

22.Jenes lengere kistlein in welchem die flinten kommen ec. und durch die Hand des Herren Philipps

23.de Anza (: Schreibe mit fleis also : ) und durch Sein Herren Bruderen Herren Haubtman ankommen,

24.Eben da der gemelte Herr Haubtman in Meinem Haus ware, ist So vollkommen, unberürt, und So

25.wohl condicionierter ankomen mit allen Seinen zu Haus aufgetruckten Sigillen, das wan

26.ichs ganz frisch in lucern Empfangen hätte. Einzig und allein das Eisenwerck, So mit leder Einge=

27.wicklet ware leidete Etwas von dem rost, da herhegegen die stämeisen, So in dem kuder

28.Eingewicklet waren ohne Einiges meslein angelanget Sein. In der gröseren flinten ist das

29.abgesicht abgefallen, weil Solches nit eingemacht ware als wie die muggen in Selben rohr

30.Eingefeilter, Sonder nur mit löd angepapet worden, und hier schwerlich richten wirdt. in

31.übrigen wie gesagt ist alles wohl ankommen, und obwohlen ich nit mehr Solche unkösten zu machen mich

32.understehe darff, noch auch machen dürffte, So Sag ich nichs desto wehniger: die alzu=

33.grose freigebigkeit und liebe der befreünten mihr Etwas nach einigen iahren schicken wolten,

34.so fern gott uns das leben verlengeren wirdt: (das durch kein anderen weg mir die sachen über=

35.schicket Sollen werden, als Eben durch gemelte Herren in Cadiz. dan dißer Ein Eigenes schiff ausfertiget

Neg. 51996

 

1.    mit der flotten, und also mich wehnig kostet, ausert was Es kosten kan von Haus aus bis auf Cadiz. und weilen

2.    Eben dißer Herr an Seinem Herren Bruderen Haubtman wahren zu schicken Hat, gehen Solche kleine caco-

3.    mienda ganz leicht und sicher mit. wie ich dan durch Eben dißen weg in kurzem Einige schlechte an-

4.    gedencken übersenden wirdt. dan Eigne maulthier von Mexico bis auf die Festung ankommen

5.    und zu ruck gehe. das was in den überschickten kisten gemanglet, ist das der J.r Bruder mir nit ge-

6.    geschriben, was allda diß sachen gekostet und also Meiner schuldigkeit konnte Ein gnügen leisten. Dan

7.    alles dißes wirdt in kürzem wohl dienen, weilen ich angehalten um Einen Patre Missionario, welchen

8.    ich diße was beßer Eingerichte Mission Ein lifferen kunte, und ich mich um Etwan 30 meil wegs

9.    weiter verfügen möchte, um alldorten neüe Mission anzufangen. weis hiermit nit, was für danck

10.für solche gutaten der F.r mutter und J.r Bruder begegnen käme. Sage under deßen allein: ver-

11.gelt Es gott taußent mahlen Hier und aldorten in dem himmel.

12.das weit läuffige, wie wohl unausgearbeitete und gleichsam nur oben hin, weil Es in der Eil ge-

13.geschehen müste, mit komente schreiben wölle der J.r Bruder dem Hochwertisten J.r Chorherren zu Münster

14.Sambt Seinem Brieff überschicken, weilen Er mir um Selbes geschriben. Und So fern Sie möchten

15.Selbes dennen Patribus Societatis comunicimen, zu vor Selbes über lesen, die da und dort Er-

16.manglete wörter oder Silben Ergenzen, dan weil ich geschwind schreiben mieste, und von allen

17.orten taußent geschefft Entzwischen kommen, schreibe ich von meiner Erfahren heit Habe

18.leicht Eines für das andere, und ich die feder bisweilen behenter als die gedancken, und übergehet

19.was maßen zu Sezen wäre, was ich sagen wil, werden Sie leicht faßen, und hiermit leicht in

20.Ein beßeres modell gießen. glaube mihr der J.r Bruder, das ichs nit Einmahl über lesen, weil

21.ich die zeit nit Hab, und wohl kan abgenommen werden aus dem was ich in Selben schreibe. Ich schicke

22.Es durch Eben die hand des Herren von Cadiz, Hoffe Es werde sicher anlangen, die köstliche stein,

23.von welchen J.r Bruder schreibet, das die Indianer an ihren nasen hencken, Seint gleßerne ringlein

24.aus welchen die rosen krenz gemacht werden, und kan Sein, das vor zeiten was beßerers gehabt Haben.

25.der lange brieff wirdt was ausführlicher nachricht geben. was ich geschriben Etwan vor trei monathen,

26.wirdt der J.r Bruder schon verstehn, und ich sorg tragen, das Es ins werck gestelt werde. wan der J.r

27.Bruder mihr ohngefehr was schiken solte, lege Er bei zum ausfüllen Ein oder das andere teckgarn

28.für die wachtlen: ist aber nit noth Solches zu verkünden, und Ein stück von Einem fischernez. perdone !

29.Ich solte an alle geschwistrige schreiben, Hab aber nit zeit: das grose schreiben wirdt für alle gnug sein,

30.und ich thue mich bedancken um alle guthaten und angedencken thue auch alle tausmahl grüsen

31.was ihrer meiner gedencken kan. Sonderbar winsche ich meiner liebsten F.r mutter und J.r Bruderen

32.lange, gesunde, und stete jahr in deren Hochwertigiste günsten ich mich kindlich und brüder-

33.lich tausent mahl Empfelle und Sonder Bar in aller hl. gebett. bettet für mich, dan ich Hab Es vo-

34.nöthen. aus Tecoripa 31 Jully 1737.

 

meiner Hochwertister F.r mutteren und J.r

bruderen getreüister Sohn und bruder

Philippus Segesser S. J.

 

1.    die F.r geliebte sambt meinem Jost Henrich

2.    der Etwan den gröseren brieff abcopieren

3.    kan, wöllen Sonderbar meinen grus vernemmen.

4.    vergiße auch nit der Francisca. die Baumwartin wirdt hoffentlich in den himmel gereiset Sein ?

 

Brief an den Onkel Jost Ranutius Segesser. San Francisco Borja de Tecoripa, 31 Juli 1737 (Neg. 52003)

 

 

Neg. 51997

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[No. 8]

 

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Hogeertiste F.r mutter und J.r Bruder

 

1.    wie kombt Es, das ich dißes iahr mit dennen angelangten kauff=leüten kein Einiges schreiben Em-

2.    pfangen, in deme vorige zeiten Solche mihr nit gemanglet Haben. Ich förchte, Es miesen Sich Einige

3.    verEnderungen Ereignet Haben. So ich sondes begirig zu vernemmen. vor einem iahr Hab ich um

4.    Eben diße zeit ienes lange schreiben abgefertiget, mit groser behutsamkeit, das selbes nach meiner

5.    geliebten mutterstadt dem J.r Bruder, und von dannen Ihro Hochwürden Herren Secretari in Münster

6.    Eingelifferet wurde. Hab aber bis dahin von mexico kein nachricht ErHalten, vileicht wegen

7.    der grosen unruh und forcht, welche die Enzezliche pest alldorten verursachet, und wie Hier-

8.    her nachricht gelanget aniezo Etwas gestillet, iedoch annoch tauret und mehr dan 10000

9.    Seelen Solle hinweg geraumet Haben, und diße meisten=theils Indianer, weilen Solche krank-

10.Heit, wie man Sagt, aniezo anfanget under dennen spanier zu wütten. Es ist dißes übel Ein

11.So vergiffte und anHäuige Sach, das wo Es in Ein Haus Eingerißen, nit Ein person Hat überge-

12.laßen, und ware mehr nit vonöthen, als Eine Sach des kranckens anzurühren, befande Sich

13.Einer schon mit dem übel Behafftet. Es Seint vil aus unser gesellschaft in aufwartung der

14.mit der pest Behafften gestorben, wie auch von anderen Religionen. kan also Sein, das

15.gemeltes schreiben vernachleßiget worden, oder wegen quare etanen in dennen schifffarten

16.aufgehalten worden. Hier Seits förcht man, Es möchte gemelte pest auch anlangen, weilen

17.man sichet, das solches von statt zu statt, von dorffschafften zu dorffschafften Eilens Sein

18.Einkehr nimet, obwohlen wir gar nit vonöthen, das solches Sich bis Hier Her Erstrecke,

19.in maßen die Eingerißen kindts=Blateren (: wie Sie genent werden : ) fast alle dörffer

20.aufgeleßet, und Sonderbar iene, welche Sich zu iener höllischen zu Sammenkunfft verfüget,

21.von welcher ich verwichnes iahr weitläuffig nachricht gegeben; dan beobachtet worden,

22.das obwohlen iene wehnige, welche ruig geblieben, mit dißen kindts=blateren angefüllet

23.worden, daran nit gestorben, Sonder nur iene, welche die dorffschafften verlaßen kaum

24.Einer oder der andere vertrunnen, under welchen Einige aus meinen Haus=knaben, und son-

25.derbar der gemelte Nicolas (: Nikolaus : ) auch gestorben, und mir grosen mangel in

26.allen geschefften verursachet, dan bis ich widerumb Einen anderen beziehe auf meine manier,

27.braucht arbeit, und Hab einen philip an der Hand, welcher ganz wohl weis dem priester

28.bei dem altar zu dienen.

29.dißes iahr Haben wir grose mühseligkeiten auf allen Seiten Erfahren, weilen theils die

30.Indianer rebellisch, theils die trüchkne der Erden über

31.der maßen gros. dan alle

32.feld früchten Haben Sich Sambt meinem garten Bauhe ausgetrücknet, und mir grose sorg hin-

33.derlaßen, das notwendige für meine Indianer zu suchen, welche Eben darumb, weilen sie

34.wehnig zu Eßen haben, die dorffschafften verlaßen, und in die berg sich verfügen, die früchten

35.und würzlen der selben zu suchen, und So fern die vorgesetzte sich widersezen, stehen

Neg. 51998

 

1.    Solche in gefahr ihrens lebens, wie verwichne wochen geschechen, maßen in Einem anderen

2.    dorff oder völckerschafft Cumurípa genant, den fornembsten vorgesezten, den ich ser geschezet

3.    Hab, mit vier pfeilen Erschößen Haben, und Ehnder gestorben, als ich Hab können Eillent

4.    dahin gelangen, das Er gebeichtet und die leste öhlung Empfangen Hätte.

5.    zwei schreiben Hab ich von meinem Pater Provincial Empfangen, das Einte ware von meinem

6.    ihniglich geliebten Herren pater Rudolph Burkhardt, So Er in triendt den 4. october 1736

7.    iahrs geschriben, und mihr nachricht gegeben von Einem kistlein, So der P. Andreas Strobl mihr

8.    Hätte sollen überschicken. Hab aber keine nachricht von gemeltem pater Andreas, noch von

9.    dem kistlein, (in welchen die verlangte bücher unserer provins=geschicht, wie ich in dem

10.anderen schreiben meiner F.r mutter, und der Pater Matthias Stöttlinger Eingeschlosner

11.mihr überschickt, Ersehen,) bisHero Erhalten. nichs desto wehniger Hab ich Ein sonderen

12.trost Empfunden aus ansehung des schreibens, So die F.r mutter an weis nit was für

13.Ein pater (wirdt der pater Andreas geweßen Sein, weil Er mihr solches gechicket.) ab-

14.gefertiget. weil ich abname, das Selber zeit die F.r mutter, das ist den 6. Herbstmo-

15.nath des gemelten Jhars 1736, Sambt dennen übrigen liebsten befreünten, So ich alle

16.in den Herren von Herzen grüse, Sich bei gutten krefften befunden. welches gott ver-

17.leichen wölle, das gegenwertiges schreiben nach meinem wunsch Sie alle antreffen.

18.Ich bin, wie Es gott gefalt als wie der april sunt bona mixta malís, sunt mala

19.mixta bonis. iedoch bei Solchen krefften, das meinem ambt wohl obligen kan

20.mit nit geringer forcht, das die Indianer Einsmahls mihr von dennen üblen abhelffen

21.werden, weilen in dißer gegne die feind auf dem Hals Hab, und um desto mehr, weilen

22.Sie Sehen, das die Ehre gottes müse befürderet werden. vor wehnig zeit Her, da

23.ich anbts: Halber mich verfüget auf Ein andere Mission, den pater der Selben in die

24.geistliche schrancken zu sezen (sapienti pauca : ) Haben meine Indianer abermahl, wie

25.verganes iahr geschriben Eine der gleichen Höllische zu Samen kunfft in Einem anderen

26.dorff oder völlcker=schaft angestelt, und weilen die weltliche oberkeit das ist der richter

27.deme obliget, Solches zu verhütten, sich nit wolte darumb anemben, wie Er sollte,

28.vileicht, weilen Ein Seiner bedienten Einer aus dennen anfängeren ware, Hab ich

29.notwendig an den OberHaubt man die Sach lifferen mießen, damit nit gleich wie vor

30.Einem iahr groses unheil daraus Entstunde, und mithin den widerwillen gemelten richters

31.wie auch der Indianer über mein Hals gezogen, welches mich ser wehnig kümeret,

32.weilen Solches der caholische glauben, und die Ehr gottes Solches Erfordert. Erwarte

Neg. 51999

 

1.    Hiermit täglich die Soldaten Sambt Einem oberhaubt, welches die Sach zu dem End bringen

2.    mießen. über welches Sich nit zu verwunderen, dan wan die Indianer, Ebenfals auch

3.    die spanier, nit den Ernst Ersehen, geben sie kein frid, und förchten allein die feür rohr,

4.    und weilen Sie Sehen, das die Patres missionary allzeit mit glinf mit Ihnen umgehn,

5.    ist gut, der das gute mit gutem willen annimbt, und Ein anderer bös, welcher nur

6.    die scherffe förchtet, wie in der ganzen welt diße weis beobachtet wirdt.

7.    In dennen lesteren schreiben Hab ich völlige nachricht gegeben, wie das die über-

8.    schickte kistlein und auf was weis sie angelanget seindt. thue in dißem widerhollen,

9.    das obwohlen Eine Patres Missionary abreisen, Ihnen mer als lehre brieff, an welchen

10.nit vil liget, nichs aufgeburdet werde, noch wehniger Einigen aus dennen

11.unsrigen, welche in Genua oder Cadiz sich aufHalten, dan ob schon solche allen fleis

12.anwenden, das die sachen nacher mexicum überschickt werden, ist Eben in mexico

13.die gröste gefahr, das Sie sich verliehren, oder Eröffnet werden, und das beste

14.vertuschet und unsicher gemacht werde. Sonder wan die liebe und freigebigkeit

15.meine liebste befreünte Erinneret, mich mit Einigen Sachen, So in dißen landen

16.angenem, als wie die Heiligthumb=scheiblein und der gleichen Sachen, zubeglük-

17.Seeligen suchen, wöllen Sie Solcheß ohne weiteren umschweib oder anbefelchen

18.nacher Cadiz dem mehr gemelten Herren Don Philippe de Anssa die Sach

19.anbefelchen, welcher aus absehen Seines Herren bruderen sicher die Sach wirdt

20.überlifferen, obwohlen Es Etwan mehrers kosten Solte auf diße weis, dan

21.beßer ist mit Einigen gröseren unckösten die Sachen völlig und Sicher und wohl

22.Erhalten, als mit geringeren die Selbe verliehren, oder verderbter Selbe zu

23.Empfangen.

24.weilen die kisten, in welcher die Samen überschicket worden, auf der

25.reis trei bis vier iahr verweilet, Haben Sie Sich selbe alle verderbet gefunden,

26.und Seint mer nit gewaxen, als trei steüdlein des flax=Samen. von denen

27.übrigen allen ist nichs gewaxen. allein betaure ich den Hanff=Samen, und So fern

28.in kurzer zeit Ein frischer durch gemelte gelegenheit zur zeit, da die spanische flotten

29.von Cadiz abzureisen fertig mihr kunte überschicket werden, wurde ich solches

30.Hochschezen, dan dis landts groser nuzen erfolgen konte.

31.dißes schreiben schicke ich durch den P. Ant.um Balthasar, So aniezo Rector in Einem

32.collegio in mexico ist, und mihr das leben des Seeligen Bruders claus neü getruckt